Ärzte Zeitung, 30.08.2016

Stada

Frischzellenkur erwünscht

Stada-Chef Wiedenfels übt Selbstkritik, der Traditionskonzern soll profitabler werden.

FRANKFURT/MAIN. Nach der Demission seines langjährigen Vorstandsvorsitzenden Hartmut Retzlaff will sich der Stada-Konzern zwar nicht völlig neu erfinden, doch zumindest einer Frischzellenkur unterziehen.

"Wir wollen wachsen - und wir wollen profitabel wachsen", versprach Vorstandschef Dr. Matthias Wiedenfels bei der außerordentlichen Hauptversammlung des M-Dax-Unternehmens am Freitag in Frankfurt am Main. Details will Wiedenfels zwar erst Anfang Oktober kommunizieren. In Umrissen hat er die bevorstehenden Maßnahmen aber schon benannt:

- Expansion des Generikageschäfts in Märkte mit noch geringer Regulation,

- Verwaltungskosten senken und die Effizienz im Vertrieb optimieren,

- Abschaffung lokaler Partikularinteressen zugunsten einer konzernweit einheitlichen Steuerung nach Generika- und Markensegmenten,

- Zukäufe sollen stringenter und renditeorientierter ausgewählt werden als in der Vergangenheit,

- die Liquidität soll durch Optimierung des Working Capital verbessert werden.

Unmittelbare Neuerungen brachte die Hauptversammlung gleichwohl auch: Neben der Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Abend wurde auch die Vinkulierung der Namensaktie beendet.

Heißt: Künftig müssen Stada-Aktionäre für eine Übertragung nicht mehr die Zustimmung der Gesellschaft einholen. Damit wird für das Unternehmen die Möglichkeit aufgeweicht, unerwünschte Interessenten von einer Anteilseignerschaft fernzuhalten.

Neu ist bei Stada aber auch der selbstkritische Habitus an der Spitze. "Wir waren in der Vergangenheit manchmal zu unbeweglich, dass wir Geschäftschancen noch konsequenter hätten nutzen oder unrentable Geschäftsvorfälle früher erkennen und abstellen können!", so Wiedenfels. Damit sei "jetzt Schluss!" (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »