Ärzte Zeitung, 08.12.2016

Arzneimittelausgaben

Pharma bleibt ein expansiver Markt

Ein neuer Report prognostiziert: Bis 2021 werden sich die globalen Arzneimittelausgaben um 30 Prozent erhöhen.

PARSIPPANY, NJ. Die alternde Bevölkerung in den Industriegesellschaften und der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern: Dem Pharmasektor stellen Analysten mit schöner Regelmäßigkeit stabile Wachstumsraten in Aussicht. So auch in einem aktuellen Report des internationalen Beratungsunternehmens Quintiles IMS (zuvor IMS Health).

Demzufolge wird sich nach den Boomjahren 2014 und 2015, die vor allem von dem durchschlagenden Markterfolg neuer Wirkstoffe gegen Hepatitis C und Krebs geprägt waren, das Branchenwachstum zwar abschwächen. Dennoch werden laut IMS die globalen Arzneimittelausgaben gegenüber dem voraussichtlichen 2016er-Wert bis 2021 um insgesamt mehr als 30 Prozent zulegen und dann zu Listenpreisen 1,5 Billionen Dollar erreichen.

Mittelfristig bedeutet das jährliche Zuwachsraten zwischen vier und sieben Prozent. – Deutschland gesondert betrachtet, erwartet IMS ein eher unterdurchschnittliches Ausgabenwachstum von jährlich zwei bis fünf Prozent auf umgerechnet 46 Milliarden bis maximal 55 Milliarden Euro in 2021.

Steigerung besonders durch Krebsmedikamente und Antidiabetika

Getrieben werde die Entwicklung insbesondere in den Industrieländern durch Krebsmedikamente, Produkte gegen Autoimmunerkrankungen sowie Antidiabetika. Der Ausgabenanteil, der auf Innovationen mit selteneren Facharztindikationen entfällt, werde sich weltweit von aktuell rund 30 Prozent auf 35 Prozent in 2021 weiter erhöhen, heißt es.

Der Produktnachschub scheint jedenfalls gesichert: Mit 2240 Substanzen sei derzeit in späten klinischen Projektstadien ein historischer Höchststand zu verzeichnen.

Die Indikationsschwerpunkte der jetzt bereits kurz vor Beantragung der Zulassung stehenden Projekte liegen laut IMS unter anderem auf Krebs (15 Prozent), Infektionskrankheiten (10 Prozent) oder Arthritis (10  Prozent). Bis Ende der Berichtsperiode könnten pro anno im Schnitt 45 neue Wirkstoffe in den Markt kommen. (cw)

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