Ärzte Zeitung, 10.01.2017

Transplantationsmedizin

Rostocker Gewebebank setzt hohe Ziele

Die 2015 gegründete Gewebebank im Nordosten will ihre Kennzahlen in 2017 drastisch steigern.

ROSTOCK. Die Rostocker Gewebebank hat ein positives Fazit ihres ersten vollen Kalenderjahres nach Gründung im September 2015 gezogen. Für das laufende Jahr ist eine deutliche Ausweitung der Arbeit geplant. 532 Menschen mit Augenproblemen profitierten im vergangenen Jahr von der Rostocker Gewebebank. 2016 wurden insgesamt 741 Hornhäute durch Gewebespenden entnommen. Nach Angaben des ärztlichen Geschäftsführers Dr. Axel Manecke wurden damit sieben Prozent des bundesweiten Bedarfs gedeckt.

Im ersten Jahr des Bestehens gab es in Rostock außerdem 56 Entnahmen von Knochengewebe und 27 von Herzklappen und Blutgefäßen. Aus den 56 Knochenspenden wurden der kooperierenden Berliner Gewebebank 667 Präparate bereitgestellt, mit denen über 1000 Patienten geholfen wurde.

Die Gewebebank arbeitet unter dem Dach der 2015 gegründeten gemeinnützigen Gesellschaft für Transplantationsmedizin, die Spendermeldungen aus 16 kooperierenden Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg erhält. Dies sind vor allem kleinere Häuser der Grund- und Regelversorgung, größte Einrichtung ist das Rostocker Klinikum Südstadt.

2016 gingen insgesamt 1500 Spendermeldungen ein. In 27 Prozent der Meldungen kam es zu einer oder mehreren Gewebeentnahmen – damit liegt der Nordosten nach eigenen Angaben deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt von rund zehn Prozent. Die Zustimmung der Angehörigen erreicht derzeit einen Anteil von 41 Prozent der Fälle.

"Unser Ziel ist, ohne jede zeitliche Verzögerung den Betroffenen umgehend die erforderlichen Gewebetransplantate bereit zu stellen", sagte Manecke.2017 hofft die Rostocker Einrichtung auf die Aufbereitung von insgesamt 1100 Augenhornhäuten. Die Zahl der kooperierenden Kliniken soll ausgebaut werden, auch die Zustimmungsrate der Angehörigen hofft man erhöhen zu können. Zu Jahresbeginn erwartet die Gewebebank die Genehmigung für die Aufbereitung von kardiovaskulärem Gewebe wie Herzklappen und Blutgefäßen. Mitte des Jahres rechnet man mit der Genehmigung für die Herstellung dezellulärer Herzklappen. (di)

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