Ärzte Zeitung, 20.01.2017
 

Onkologie

Plädoyer für Biosimilars in Krebstherapie

Der Berufsverband ESMO plädiert für den verstärkten Einsatz von Biosimilars. Damit könnten die Gesundheitsausgaben gedrosselt werden.

Lugano. In einem jetzt veröffentlichten Grundsatzpapier macht sich die European Society for Medical Oncology (ESMO), nach eigenen Angaben mit 15.000 Onkologen der führende Berufsverband für medizinische Onkologie, für Biosimilars in der Therapie stark. "Biosimilars sind im Kampf um den finanziellen Erhalt der Gesundheitssysteme auf globaler Ebene und die signifikante Verbesserung der Ergebnisse bei einer steigenden Zahl an Patienten in Europa und dem Rest der Welt unerlässlich", so ESMO-Vorsitzender Professor Fortunato Ciardiello.

Wie die ESMO prognostiziert, seien bis zum Jahr 2020 im Vergleich zur Verwendung von Originalpräparaten weltweit Einsparungen in Höhe von 50 bis 100 Milliarden Euro möglich – vorausgesetzt, die Preissenkungen bei Biosimilars würden bei 20 bis 40 Prozent liegen. Für die meisten monoklonalen Antikörper laufe bis 2020 das Patent ab. Das öffne Biosimilars die Tür und könnte die Onkologie-Landschaft dramatisch verändern, schätzt die ESMO.

Das Grundsatzpapier beschreibt, wie die ESMO betont, unter anderem Richtlinien, die kollektiv befolgt werden müssten, um die höchsten Sicherheits- und Effizienzstandards für Biosimilars zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass alle Patienten ungeachtet geographischer Grenzen Zugang zu den besten evidenzbasierten onkologischen Behandlungsmethoden hätten. (maw)

Das Grundsatzpapier zum Download: goo.gl/BP59lo

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »