Ärzte Zeitung online, 03.02.2017

Pharma

Novo Nordisk mit neuen Verkaufsschlagern

Für 2016 verzeichnet der dänische Antidiabetika-Spezialist Novo Nordisk einen Umsatzanstieg, muss aber beim Gewinn einbüßen.

Novo Nordisk mit neuen Verkaufsschlagern

Mehr Umsatz, weniger Gewinn mit Antidiabetika und Insulin

© Novo Nordisk

KOPENHAGEN. Das für die Adipositastherapie zugelassene Arzneimittel Saxenda® (Liraglutid 3mg) hat sich für den dänischen Antidiabetika-Spezialisten Novo Nordisk im vergangenen Jahr als Verkaufsschlager erwiesen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsätze mit Saxenda® weltweit um 243 Prozent auf 1,6 Milliarden Dänische Kronen (DKK) – umgerechnet rund 215 Millionen Euro.

Insgesamt konnte Novo den Umsatz 2016 um vier Prozent auf 111,8 Milliarden DKK – umgerechnet rund 15 Milliarden Euro – steigern, wie das Unternehmen am Donnerstag in Kopenhagen mitteilte. Der Betriebsgewinn verringerte sich um zwei Prozent auf 48,4 Milliarden DKK (rund 6,5 Milliarden Euro).

Einen Umsatzanstieg um jeweils vier Prozent verzeichnete Novo sowohl im Kerngeschäft der Antidiabetika auf 88,9 Milliarden DKK wie auch im Bereich Biopharmazeutika auf 22,8 Milliarden DKK. Als Hauptumsatztreiber bei den Insulinen der neuen Generation erwies sich Tresiba® (Insulin degludec), dessen Absatz sich um 219 Prozent gegenüber 2015 auf 4,1 Milliarden DKK steigerte.

Tresiba® hinterlässt eine Lücke

Die Umsätze hätten noch höher ausfallen können. Aber Novo stellte den Vertrieb von Tresiba® in Deutschland am 15. Januar 2016 ein. Der Opt-out folgte nach der Entscheidung der Schiedsstelle, den Erstattungsbetrag für das Basalinsulin nahe am Festbetrag für Humaninsulin festzusetzen (wir berichteten). Die Tagestherapiekosten von Tresiba® beliefen sich bis dahin auf 2,60 Euro. Nach dem Ergebnis der frühen Nutzenbewertung, in der kein Zusatznutzen als belegt angesehen worden war, hatte der GKV-Spitzenverband eine Absenkung auf das Festbetragsniveau von 0,83 Euro (minus 68 Prozent) gefordert.

Nach eigenen Angaben ist Novo mit einem Umsatzanteil von 27 Prozent am globalen Diabetesmarkt weltweit Marktführer – nach Menge habe der Anteil zum Stichtag im November 2016 46 Prozent betragen. Hoffnung setzt das Unternehmen vor allem in neue Arzneien wie Xultophy® (Insulin degludec und Liraglutid), für das Novo im November in den USA die Zulassung von der FDA erhalten hat, und in das Insulin aspart Fiasp®. Für das schnell wirkende Insulin der neuen Generation hatte die EU im Januar dieses Jahres die Zulassung erteilt.

Für das laufende Jahr prognostiziert Novo eine Umsatzentwicklung – gemessen in lokalen Währungen – von minus einem Prozent bis plus vier Prozent. Als Zugpferde sollen sich hier vor allem das GLP-1-Analogon Liraglutid (Victoza®, 2016: 20 Milliarden DKK Umsatz), Tresiba®, Saxenda® sowie Xultophy® erweisen.

Beim Betriebsgewinn lautet die Prognose für das Geschäftsjahr 2017 – ebenfalls gemessen in lokalen Währungen – auf eine Spanne von minus zwei Prozent bis plus drei Prozent, wie es in Kopenhagen hieß.

An die Aktionäre will Novo für das abgelaufene Berichtsjahr 2016 insgesamt eine Dividende von 7,60 DKK je Papier zahlen, wovon drei DKK bereits im August ausgezahlt worden seien. Für 2017 plant das Unternehmen, ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 16 Milliarden DKK zu starten. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Schwere Grippewelle hat Deutschland im Griff

Die aktuelle Grippewelle tobt und beschert Praxen und Kliniken einen regen Zulauf. Das RKI hat Tipps, worauf Ärzte jetzt achten sollten. mehr »

Bodyguard lässt sich von Steuer absetzen

211.000 Euro hatte eine Frau für einen Bodyguard steuerlich abgesetzt - zu Recht, entschied jetzt ein Gericht. Eine Rentnerin aus NRW schützt sich so steuersparend vor einer falschen Ärztin. mehr »

Die Ängste der Akademiker

Albtraum Studium? Jeder sechste Studierende leidet nach Angaben der Barmer unter einer psychischen Störung. Tendenz steigend. mehr »