Ärzte Zeitung online, 01.03.2017
 

Stada

Umsatz steigt, Gewinn bricht ein

Die von Finanzinvestoren umworbene Stada AG hat vergangenes Jahr nach Steuern zweistellig Federn gelassen.

BAD VILBEL. Stada schüttet vor einer möglichen Übernahme durch Finanzinvestoren mehr Geld an die Aktionäre aus und treibt so den potenziellen Verkaufspreis in die Höhe. Die Dividende für 2016 soll gemessen am Vorjahr um zwei auf 72 Cent je Anteil steigen, teilte der MDax-Konzern am Mittwoch mit.

Mit dem Anstieg der Dividende pokert Stada auch im Bieterrennen höher. Denn nun muss der Finanzinvestors Advent mehr für eine mögliche Übernahme zahlen. Er hatte kürzlich 58 Euro je Aktie plus die Ausschüttung für 2016 geboten, um Stada komplett zu übernehmen. Der Stada-Vorstand hatte aber die Frist zur Annahme der Offerte am Montag verstreichen lassen und hofft auf ein Bieterrennen. Neben Advent hatten zwei weitere Beteiligungsgesellschaften Interesse an Stada bekundet.

2016 belastete der Geschäftsumbau. Zwar stieg der Umsatz um zwei Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn ging jedoch um zwei Prozent zurück. Wertberichtigungen wegen der Einstellung des Brasilien-Geschäfts und des Rückzugs aus Ägypten sowie Währungseffekte belasteten. Nach Steuern verdiente Stada mit 92,9 Millionen Euro 16 Prozent weniger. Für 2017 wird ein um Währungs- und Portfolioeffekte bereinigter Umsatz zwischen 2,28 und 2,35 Milliarden Euro angepeilt sowie ein bereinigter Überschuss zwischen 195 und 205 Millionen Euro. Die testierte Bilanz wird Stada am 23. März vorstellen.

Unterdessen wächst die Sorge um die Arbeitsplätze. Nachdem sich am Wochenende bereits die Gewerkschaft IG BCE kritisch zu einer Übernahme geäußert hatte, hat nun erstmals auch der Stada-Betriebsrat das Wort ergriffen und einen Besitzerwechsel abgelehnt. Die Interessen der deutschen Belegschaft ließen sich am besten vertreten, "wenn Stada als eigenständiges Unternehmen erhalten bleibt", erklärte die Mitarbeitervertretung am Dienstagabend. Den Verkauf an einen Finanzinvestor beurteile man kritisch. (dpa)

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