Ärzte Zeitung online, 29.03.2017

Sofosbuvir

Ärzte der Welt greift weiteres Patent an

MÜNCHEN. Die Hilfsorganisation "Ärzte der Welt" hat beim Europäischen Patentamt (EPA) erneut Einspruch gegen ein Patent des Arzneimittelherstellers Gilead Sciences auf den Wirkstoff Sofosbuvir (gegen HCV) eingelegt. Das Patent sei im Juni 2016 angemeldet worden und "schütze die wichtigsten Basisverbindungen, welche essenziell für die Herstellung von Hepatitis-C-Medikamenten sind", teilte die Ärzteorganisation zu Wochenbeginn mit. Man sei überzeugt, "dass das Patent nicht den Richtlinien des Europäischen Patentübereinkommens entspricht".

Bereits 2015 hatte Ärzte der Welt beim EPA gegen ein früheres Sofosbuvir-Patent geklagt. Konsequenzen für Gilead und die Marktexklusivität seines Polymerasehemmers hatte das keine. Am jetzigen Einspruch beteiligen sich den Angaben zufolge auch "Ärzte ohne Grenzen" sowie weitere NGOs; insgesamt seien 30 zivilgesellschaftliche Organisationen aus 17 europäischen Ländern mit im Boot.

Im Erfolgsfall, hofft Ärzte der Welt, könnte "die Zugänglichkeit des Wirkstoffs Sofosbuvir auf dem europäischen Markt beschleunigt werden". Darüber hinaus würde eine, wie es wörtlich heißt, "Aufhebung des Patents" die Position öffentlicher Kostenträger in Preisverhandlungen mit Gilead verbessern. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

O-Saft senkt das Gicht-Risiko - und hält schlank

Vom Saulus zum Paulus: Galten Fruchtsäfte einst als gesunde Getränke, verbannen heute sogar manche Schulen die süßen Säfte. Forscher brechen jetzt eine Lanze für Orangensaft. mehr »

SmED hilft, künftig Notfälle richtig einzuschätzen

16.20 hDie Notfallversorgung startet ins digitale Zeitalter: Am Montag hat die KBV ein softwarebasiertes Instrument zur Begutachtung von Notfallpatienten vorgestellt. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »