Ärzte Zeitung, 10.04.2017

Stada

Übernahme in Sicht, Zusagen an Mitarbeiter

Das Stada-Management hat hoch gepokert und gewonnen: Mit 66 Euro je Aktie gibt es jetzt ein Angebot dicht am kolportierten Wunschziel von 70 Euro.

Übernahme in Sicht, Zusagen an Mitarbeiter

Produktionskontrolle bei Stada: Auch bei zwei Übernahmeangeboten hat der Pharmahersteller genau hingeschaut und hat sich für eines entschieden.

© Frank Rumpenhorst / dpa

BAD VILBEL. Die Übernahme der Stada AG biegt auf die Zielgerade ein: Wie das Unternehmen zu Wochenbeginn mitteilt, liegen inzwischen zwei Übernahmeangebote vor, wobei das Managment die gemeinsame Offerte von Cinven Partners und Bain Capital befürworte. Deren Vorschlag: 65,28 Euro je Aktie in bar zuzüglich 0,72 Euro Dividende für das Geschäftsjahr 2016, insgesamt also 66 Euro je Titel.

Damit käme die Transaktion auf rund 4,1 Milliarden Euro Gesamtwert. Die dem Angebot zugrundeliegende Unternehmensbewertung, teilt das Investorenkonsortium mit, betrage rund 5,3 Milliarden Euro. Die Verschuldung der Stada AG liegt aktuell bei rund einer Milliarde Euro.

Laut Vereinbarung zwischen Cinven, Bain und dem Stada-Management müssen mindestens 75 Prozent der Aktien angedient werden, damit die Übernahme zustande kommt. Die sechswöchige Angebotsfrist beginnt mit Veröffentlichung der Angebotsunterlagen, die zuvor erst noch von der Finanzaufsicht BaFin zu genehmigen sind. Der von Bain und Cinven gebotene Preis, heißt es, bedeute einen Aufschlag um 49 Prozent auf den Schlusskurs des Stada-Papiers vom 9. Dezember vergangenen Jahres, dem letzten Kurs, bevor erste Übernahmegerüchte die Runde machten.

Zunächst lagen die Preisvorstellungen der Investoren erheblich niedriger. Mitte Februar hieß es, Cinven biete 56 Euro je Stada-Aktie. Einen Monat später brach Stada das Bieterverfahren mit der Begründung ab, den Bietern Gelegenheit geben zu wollen, "ihre Angebote noch einmal zu verbessern". Zwischenzeitlich verlautete, der Aufsichtsrat peile einen Preis um 70 Euro je Aktie an, was von einigen Analysten jedoch als übertrieben eingeschätzt wurde.

"Das Angebot von Bain Capital und Cinven bietet das beste Gesamtpaket. Neben dem höchsten Preis konnten wir auch umfangreiche Schutzbestimmungen insbesondere für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen", kommentierte Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Oetker. Demnach hätten sich die potenziellen neuen Eigentümer verpflichtet, sowohl den Standort der Unternehmenszentrale im südhessischen Bad Vilbel als auch die, so wörtlich, "Standorte der wesentlichen Geschäftsbereiche" zu erhalten.

Bestehende Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge sollen den Angaben zufolge "weitergeführt werden". Zusätzlich hätten sich Cinven und Bain "im Grundsatz zu einem weitgehenden Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für vier Jahre bereit erklärt". (cw)

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