Ärzte Zeitung online, 27.04.2017
 

Berlin und Brandenburg

Fördergesellschaft auch für Freiberufler

Nicht nur Industrieunternehmen, auch freie Berufe werden von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg mit Eigenkapital ausgestattet. Unterstützung gibt es schon ab 10 000 Euro.

BERLIN. "Wir gehen in jede Branche, auch in die freien Berufe", versicherte Waltraud Wolf, Geschäftsführerin der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg (MBG), jetzt bei einem Pressegespräch in Berlin. Zwar sind die Beteiligungen der MBG an Unternehmen in der Industrie und im Dienstleistungssektor in der Mehrheit. Im Portfolio der Gesellschaft, die 2006 als Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft gegründet wurde und deren Gesellschafter unter anderem die Handwerks- sowie die Industrie- und Handelskammern der beiden Bundesländer Brandenburg und Berlin sind, finden sich aber auch vielversprechende Unternehmen aus dem Bereich Gartenbau, Hotel- und Gastgewerbe und eben freie Berufe. In Brandenburg zum Beispiel entwickeln sich Pflegeheime zu interessanten Partnern.

Mit 50 Millionen investiert

278 Verträge zählt derzeit der Beteiligungsbestand. 50 Zusagen mit einem Beteiligungsvolumen von knapp zehn Millionen Euro wurden von der MBG im vergangenen Jahr ausgesprochen. Die Anzahl der Beteiligungsunternehmen lag Ende 2016 bei 219, das entspricht einem Förderumfang von insgesamt 50,6 Millionen Euro. Die durchschnittliche Beteiligungssumme liegt den Angaben zufolge bei 231.000 Euro. "Wir fördern aber auch schon ab 10 000 Euro", so Wolf.

Typische Zielgruppe der Beteiligungsgesellschaft sind Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. "Wir sind also für 99 Prozent aller Firmen in Berlin und Brandenburg zuständig", erläuterte Geschäftsführer Milos Stefanovic.

In der Regel stärkt die MBG über eine stille Beteiligung das Eigenkapital der Unternehmen, die Laufzeiten liegen zwischen fünf und 12,5 Jahren. Für die Unternehmen hat die stille Beteiligung den Vorteil, dass die MBG keine Mitentscheidungsbefugnis hat. Die Rückzahlung erfolgt zu pari. "Wir partizipieren nicht am Unternehmenswert", betonte Stefanovic. "Den Speck, den der Gründer ansammelt, kann er für sich verwenden".

Standbein Brandenburg

Im vergangenen Jahr dhat das Unternehmen laut Geschäftsführerin Wolf einen "guten Jahresüberschuss" erwirtschaftet an. Das Eigenkapital betrug Ende 2016 rund 18 Millionen Euro, das sind 35,5 Prozent der Bilanzsumme.

Die meisten Beteiligungen hält die MBG an Unternehmen in Brandenburg. In Berlin bekommt die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft den harten Wettbewerb um die Start-ups zu spüren. "Hier sind viele Investoren aktiv, die interessante Unternehmen entdecken wollen", erklärte Wolf. (juk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bariatrische Chirurgie rückt Bluthochdruck zu Leibe

Adipöse Hypertoniker konnten in einer Studie nach bariatrischer Chirurgie ihre antihypertensive Medikation reduzieren. Die Hälfte erreichte sogar eine Remission des Bluthochdrucks. mehr »

Droht uns jetzt eine Staatskrise?

Jamaika gescheitert, politisches Vakuum in Berlin. Am Beispiel der Gesundheitspolitik lässt sich zeigen, warum das noch keine Krise ist. mehr »

Das müssen Ärzte beim Impfen beachten

Allergische Reaktionen sind eine Kontraindikation für eine erneute Anwendung des Impfstoffs. Ist eine weitere Impfung dennoch nötig, sollten Ärzte diese Tipps beherzigen. mehr »