Ärzte Zeitung online, 12.10.2017
 

OTC-Geschäft

Pfizer prüft Trennung von Produkten

Pfizer will sich stärker auf das verschreibungspflichtige Kerngeschäft konzentrieren.

NEW YORK. Der US-Konzern Pfizer prüft eine Abspaltung seines Geschäfts mit verschreibungsfreien Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, würden sämtliche Optionen geprüft. Denkbar sei eine vollständige oder teilweise Abgabe, ein Verkauf, ein Spin-off "oder eine andere Transaktion". Allerdings könnte es auch sein, heißt es weiter, dass Pfizer am Ende zu dem Schluss gelangt, das OTC-Geschäft doch besser zu behalten. Die StrategieInitiative gründe in den Anstrengungen des Konzerns, seine Kapital- und Personalressourcen stärker auf das Kerngeschäft mit verschreibungspflichtigen Innovationen zu konzentrieren.

Eine Entscheidung über den Verbleib der OTC-Unit werde voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres fallen. Die Investmentbanken Centerview Partners und Guggenheim Securites seien beauftragt worden, die Prüfung insbesondere unter finanziellen Gesichtspunkten beratend zu begleiten.

Pfizers Consumer-Healthcare-Linie zählt nach eigenen Angaben mit zuletzt (2016) 3,4 Milliarden Dollar Umsatz (2,9 Milliarden Euro) zu den weltweit größten OTC-Geschäften. Auch hierzulande bekannte Markennamen sind unter anderem "Centrum", "Thermacare" oder "Nexium".

Im Markt der verschreibungsfreien Arzneimittel ist seit geraumer Zeit eine Konsolidierung zu beobachten. So zählt etwa Bayer zu den besonders aktiven Zukäufern. 2004 rüsteten die Leverkusener ihre OTC-Range mit den Selbstmedikationsprodukten der Schweizer Roche auf, 2013 übernahmen sie den Mittelständler Steigerwald. Boehringer Ingelheim gab unlängst sein rezeptfreies Portfolio an Sanofi ab. Und auch die Merck KGaA, die jahrelang ausdrücklich an ihrer OTC-Unit festhielt, ließ kürzlich verlauten, Alternativen für das Geschäft in Erwägung zu ziehen – bis hin zu einer Veräußerung.

Was aktuell Fusions-Spekulationen nährt: Denn Merck und Pfizer kooperieren bereits bei der Entwicklung eines PD-L1-Antikörpers (Avelumab) zur Krebs-Immuntherapie. (cw)

52,8 Mrd. US$ erwirtschaftete Pfizer in 2016. Davon entfielen mit 3,4 Milliarden Dollar rund sechs Prozent auf verschreibungsfreie Consumer- Produkte.

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