Ärzte Zeitung online, 15.11.2017
 

USA

Erste Pille mit Einnahmesignal zugelassen

In den USA kommt jetzt die erste Tablette in den Markt, die eine Web-basierte Kontrolle der Therapietreue ermöglicht.

SILVER SPRING. Die US-Oberbehörde FDA hat zu Wochenbeginn erstmals eine Tablette ("Abilify MyCite") zugelassen, die mit einem digitalen System zur Einnahmekontrolle ausgestattet ist. Dabei handelt es sich um den Dopamin-Agonist Aripiprazol gegen Schizophrenie. Die Tablette sei mit einem Sensor ausgestattet, heißt es, der ein Signal an ein Pflaster sende, sobald die Tablette geschluckt wurde. Das Pflaster wiederum schicke daraufhin eine Nachricht an ein mobiles Endgerät. Patienten könnten ihre Ärzte autorisieren, über ein Web-Portal die Therapietreue zu überwachen.

Entwicklungspartner sind die japanische Otsuka und das private kalifornische Technologieunternehmen Proteus Digital Health. Die Zulassung wurde im Mai dieses Jahres zum wiederholten Male eingereicht, nachdem die FDA ergänzende Informationen zur Anwendungssicherheit der Digital-Pille gefordert hatte.

Laut FDA muss "Abilify MyCite" mit einem Warnhinweis auf der Packung ausgestattet werden, dass psychotische Demenz-Patienten, die Antipsychotika nehmen, ein erhöhtes Sterbe-Risiko haben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters unterhält Proteus weitere Entwicklungskooperationen mit Novartis, Medtronic und St. Jude Medical. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vom Sinn und Unsinn medikamentöser Arthrose-Therapien

Arthrosebeschwerden sind weit verbreitet und nur begrenzt medikamentös behandelbar. Ein Update zur Evidenzlage medikamentöser Therapien wurde nun präsentiert. mehr »

Diesen Effekt haben Walnüsse auf Lipide

Die Lipidsenkung durch den täglichen Verzehr von Walnüssen stellt sich offenbar unabhängig davon ein, ob man dabei auf Kohlenhydrate oder Fette oder auf beides verzichtet. mehr »

Weltärztebund und Papst im Dialog zur Palliativmedizin

Seltene Kooperation: Weltärztebund und Papst sprechen sich für ein Sterben in Würde aus, aber gegen Euthanasie und assistiertem Selbstmord. mehr »