Ärzte Zeitung online, 17.11.2017
 

bAV

Attraktive Altersvorsorge bindet MFA an die Praxis

Zum 1. Januar 2018 ändert sich der gesetzliche Rahmen für die betriebliche Altersvorsorge. In manchen Fällen können Arbeitgeber den Fiskus beteiligen.

NEU-ISENBURG. Praxisinhaber, die eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) anbieten, ermöglichen damit ihren Fachangestellten, die ohnehin vergleichsweise niedrige Rentenaussichten haben, eine willkommene Zusatzrente. Als Arbeitgeber tragen sie in Zeiten des Fachkräftemangels auch dazu bei, die Attraktivität der Praxis für Arbeitnehmer zu steigern und so MFA an die Praxis zu binden.

Zum 1. Januar 2018 bringt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) einige Neuerungen in die betriebliche Altersvorsorge. Darauf hat jetzt der Finanzdienstleister MLP hingewiesen. Einige wichtige Änderungen:

  • Arbeitgeber können ab Januar vom Staat eine Steuervergünstigung erhalten, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2200 Euro Bruttoeinkommen im Monat eine arbeitgeberfinanzierte bAV anbieten. Der Staat finanziert also einen Teil mit.

  • Spätestens ab 2019 (für bestehende Verträge ab 2022) gibt es zudem einen verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss zur bAV, soweit der Arbeitgeber auch tatsächlich eine Sozialversicherungsersparnis in den Rentenbeitrag hat. Die Tarifverträge für MFA sehen allerdings bereits heute einen verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung vor, insofern ist das nicht neu für Arztpraxen.

  • Für den Fall der Fälle: Bezüge aus einer bAV werden in Zukunft als freiwillige zusätzliche Altersversorgung zum Teil von der Anrechnung auf die Grundsicherung im Alter freigestellt.

Das Problem ist allerdings häufig, dass viele Fachangestellte noch zurückhaltend bei der bAV per Entgeltumwandlung sind, weil sie annehmen, sich die monatlichen Beiträge nicht leisten zu können.

Arbeitgeber, die beispielsweise eine clevere Kombination aus bAV und einer Guthabenkarte anbieten, die sich zum Beispiel direkt zum Tanken verwenden lässt, nutzen verschiedene staatliche Förderungen optimal und bieten so ihren MFA eine attraktive bAV fast zum Nulltarif.

Für die Umsetzung solcher Modelle und die Auswahl des richtigen Versicherers kann es sinnvoll sein, sich unabhängig beraten zu lassen. (ger)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Digitalisierung – Ärzte zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Viele Ärzte im Krankenhaus verbinden mit der Digitalisierung die Hoffnung auf Arbeitserleichterungen. Zugleich beklagen sie mangelhafte Vorbereitung und Umsetzung, so eine Umfrage. mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »