Ärzte Zeitung online, 08.02.2018

Champagnerlaune

Sanofi-Bilanz für 2017 fällt überwiegend positiv aus

CEO Olivier Brandicourt sieht Sanofi für die Zukunft gut aufgestellt – auch im Diabetesgeschäft. Hier verzeichnete das Unternehmen 2017 in den USA einen Rückschlag. Insgesamt ist Brandicourt mit dem vergangenen Geschäftsjahr zufrieden.

Von Matthias Wallenfels

Bilanz für 2017 fällt überwiegend positiv aus

Durch den Konzernumbau soll Sanofis Forschung und Entwicklung effizienter werden, betonte CEO Olivier Brandicourt in einem Unternehmensvideo.

© Droits d'auteur photographie De

PARIS. Der französische Pharmakonzern Sanofi hat seinen Umsatz 2017 im Vergleich zum Vorjahr auf Basis konstanter Wechselkurse um 5,6 Prozent auf 35,055 Milliarden Euro steigern können. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Paris mit. Nach einem Gewinnrückgang um 0,9 Prozent 2016 verzeichnet Sanofi für 2017 einen weiteren Rückgang um 2,6 Prozent auf 6,964 Milliarden Euro.

Wie CEO Olivier Brandicourt in einem Unternehmensvideo anlässlich der Vorstellung der Geschäftszahlen erläuterte, musste Sanofi im US-Diabetesgeschäft 2017 einen herben Rückschlag beim Umsatz von mehr als 20 Prozent verkraften.

 Das sei allerdings durch das Umsatzwachstum der Biopharmazietochter Genzyme von 16,8 Prozent, der Umsatzsteigerung von 8,3 Prozent bei der Vakzinsparte Sanofi Pasteur, einem sechsprozentigen Wachstum in den Märkten der Schwellenländer sowie einem starken Chinageschäft mehr als kompensiert worden, hebt Brandicourt hervor.

Konzernumbau trägt erste Früchte

Wie der Sanofi-Chef betont, sei das Unternehmen im vergangenen Jahr auf dem Weg zu einer schlankeren Organisation gemäß der Konzernstrategie 2020, die mehr Effizienz anstrebt, ein gutes Stück vorangekommen.

Einen guten Start habe der im März in den USA auf den Markt gebrachte Antikörper Dupilumab (Dupixent®) gegen mittlere bis schwere atopische Dermatitis hingelegt, den in den USA laut Brandicourt bereits 33.000 Patienten erhalten. Das im September auch in Europa zugelassene Medikament spülte dem Konzern 2017 insgesamt umgerechnet 219 Millionen Euro in die Kasse.

Dupilumab soll das Immunologiegeschäft von Genzyme beflügeln. Zufrieden zeigt sich Brandicourt auch mit der Absatzentwicklung des monoklonalen, humanen Interleukin (IL)-6-Rezeptor-Inhibitoren Sarilumab (Kevzara®). Das im Juni in den USA und im zweiten Halbjahr in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden eingeführte Medikament zur Behandlung rheumatoider Arthritis sorgte weltweit bereits für elf Millionen Euro Umsatz.

Hoffnungsträger Hämophilie

Für das laufende Jahr gibt sich Brandicourt optimistisch, setzt er auf den Hämophiliemarkt. So habe Sanofi jüngst von seinem US-Partner Alnylam die weltweiten Rechte an Fitusiran zur Behandlung bei Hämophilie A und B erhalten. Das kleine RNA-Molekül soll in der Lage sein, die Antithrombin-Expression abzuschalten.

Ebenfalls das Geschäft mit Hämophilie und anderen seltenen Blutkrankheiten stärken soll die für 11,6 Milliarden Dollar angepeilte Übernahme des Spartenspezialisten Bioverativ, der 2016 knapp 900 Millionen Dollar erwirtschaftete.

Dieser Deal soll, so Brandicourt bereits für das Geschäftsjahr 2018 ergebniswirksam sein. Im Diabetesgeschäft sieht Brandicourt Sanofi durch den Konzernumbau fit für die Zukunft und in der Lage, "die führende Position im Markt zu verteidigen."

Auch die Aktionäre sollen von der Champagnerlaune bei Sanofi profitieren. So wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 nach Unternehmensangaben eine Erhöhung der Dividende um 2,4 Prozent auf 3,03 Euro vorgeschlagen – das wäre die 24. Erhöhung in Folge.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schwere Grippewelle hat Deutschland im Griff

Die aktuelle Grippewelle tobt und beschert Praxen und Kliniken einen regen Zulauf. Das RKI hat Tipps, worauf Ärzte jetzt achten sollten. mehr »

Bodyguard lässt sich von Steuer absetzen

211.000 Euro hatte eine Frau für einen Bodyguard steuerlich abgesetzt - zu Recht, entschied jetzt ein Gericht. Eine Rentnerin aus NRW schützt sich so steuersparend vor einer falschen Ärztin. mehr »

Die Ängste der Akademiker

Albtraum Studium? Jeder sechste Studierende leidet nach Angaben der Barmer unter einer psychischen Störung. Tendenz steigend. mehr »