Ärzte Zeitung online, 21.06.2018

Transparenz

Forschende Pharmafirmen gewährten 605 Millionen Euro an Zuwendungen

BERLIN. Zum dritten Mal in Folge sind die Mitgliedsunternehmen des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa) jetzt ihrer Selbstverpflichtung nachgekommen, die jährlichen Zuwendungen an Fachkreise zu veröffentlichen.

Demnach wurden an Ärzte, Apotheker und andere Fachkreisangehörige und medizinische Institutionen insgesamt 605 Millionen Euro gezahlt, knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Aufgeschlüsselt ergeben sich folgende Werte:

  • Für die Teilnahme an klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen wurden 398 Millionen Euro gezahlt. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr.
  • 105 Millionen Euro – gegenüber Vorjahr unverändert – seien von den forschenden Pharmaunternehmen für Fortbildungen und Vorträge ausgegeben worden, heißt es in einer Verbandsmitteilung. Darunter seien Vortragshonorare sowie industrieseitig getragene Reise- und Übernachtungskosten zu verstehen.
  • Ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant blieben mit 102 Millionen Euro (2016: 101 Millionen) Unterstützungsleistungen ("Sponsoring") für Veranstaltungen und wissenschaftliche Kongresse sowie die Arbeit medizinischer Institutionen.
  • Die Firmen weisen die Zuwendungen detailliert auf ihren Websites aus. Wenn die Empfänger dem zugestimmt haben, werden sie auch namentlich genannt. Für das Berichtsjahr 2017 hätten 20 Prozent der Mediziner einer namentlichen Nennung zugestimmt. (cw)

    Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Überschrift

    Text

    Die Newsletter der Ärzte Zeitung

    Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

    NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

    Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

    Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

    Konzept der E-Patientenakte steht

    Die elektronische Patientenakte nimmt konkrete Formen an. Ärzte, Zahnärzte, Krankenkassen und gematik haben sich auf ein Vorgehen zur Gestaltung der ePA geeinigt. Die Industrie bleibt vorerst außen vor. mehr »

    Placebo ist nicht gleich Placebo

    Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »