Ärzte Zeitung online, 07.09.2018

Spatenstich

Engelhard stellt sich auf weiter wachsende Nachfrage ein

Rekordumsätze über eine Dekade hinweg lassen den Phytopharmakahersteller Engelhard in neue Büros und Produktionskapazität investieren.

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Baubeginn mit Politprominenz: Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (3. von links) am Spaten.

© Uwe Nölke/Engelhard Arzneimit

NIEDERDORFELDEN. Die hessische Wirtschaft brummt. Die Arbeitslosenquote ist mit 4,3 Prozent so niedrig wie seit 37 Jahren nicht, berichtete Wirtschaftminister Tarek Al-Wazir (Grüne) anlässlich eines Besuchs bei dem mittelständischen Arzneimittelhersteller Engelhard am Donnerstag in Niederdorfelden.

Obgleich das Familienunternehmen mit aktuell 430 Mitarbeitern deutlich hinter hessischen Pharma-Schwergewichten wie etwa Merck, Sanofi, Stada oder Merz rangiert, ließ es sich Al-Wazir nicht nehmen, dem ersten Spatenstich für einen neuen Produktions- und Verwaltungstrakt persönlich beizuwohnen. Die Standorttreue des Traditionsunternehmens sei beeindruckend, lobte der Minister.

Engelhards Ursprünge reichen auf die Rosen Apotheke zurück, die der Apotheker Georg Heinrich Engelhard 1826 in Frankfurt am Main eröffnete. Bereits zur Jahrhundertmitte entwickelte er eine Zubereitung aus isländischem Moos gegen Halsbeschwerden.

Die zählt unter dem Warenzeichen Isla® bis heute zu den wichtigsten Umsatzträgern des mittlerweile in fünfter Generation familiengeführten Phytoherstellers.

1997 wurde der Firmensitz vor die Tore der Mainmetropole verlegt, nach Niederdorfelden in der Wetterau.

Neubau soll im Sommer 2020 bezugsfertig sein

Mit dem jetzt in Angriff genommenen Erweiterungsbau – die Rede ist von einer Investitionssumme in zweistelliger Millionenhöhe – reagiere man auf "die immense Nachfrage nach unseren Produkten sowohl im Inland als auch im Ausland", sagte Geschäftsführer Richard Engelhard. Bezugsfertig sei der Neubau voraussichtlich im Sommer 2020.

Im Zehn-Jahres-Zeitraum 2006 bis 2016 hat sich der Engelhard-Umsatz auf 117 Millionen Euro mehr als verdoppelt. 2017 wurden mit über 120 Millionen Euro erneut Rekordeinnahmen verbucht. Wobei sich der Exportanteil – 55 Prozent nach Umsatz – sehen lassen kann.

Die Belegschaft hat sich von 2006 bis heute ebenfalls verdoppelt. Über die Hälfte des Gesamtumsatzes entfielen zuletzt auf den Efeu-Extrakt Prospan® (Schleimlöser), erläuterte eine Firmensprecherin.

Weitere 30 Prozent wurden mit Isla® (Moos) erwirtschaftet. Darüber hinaus werden unter anderem ein rezeptfreies Antibiotikum (Tyrosur® mit dem Wirkstoff Tyrothricin) gegen oberflächliche Hautverletzungen vermarktet sowie ein diätetisches Lebensmittel für Kinder mit ADHS (Esprico®).

Sämtliche seiner Produkte fertigt Engelhard eigenen Angaben zufolge am Standort Niederdorfelden. Obgleich das Hauptprodukt Prospan® breit in Publikumsmedien beworben wird, setzt man auch auf ärztliche Empfehlung und Verordnung.

Ein eigener, 30-köpfiger Außendienst, heißt es, besuche bundesweit Pädiater, Hals-Nasen-Ohrenärzte sowie Hausarztpraxen. (cw)

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