Ärzte Zeitung online, 01.06.2018

Beitragserhöhung

Standardtarif der PKV wird deutlich teurer

Die dauerhaft niedrigen Zinsen zwingen die PKV, die Altersrückstellungen zu erhöhen. Infolge dessen steigen die Beiträge.

BERLIN. Der Standardtarif der privaten Krankenversicherer (PKV) für Männer wird wegen der für Juli vom PKV-Verband angekündigten Absenkung des Rechnungszinses teils deutlich teurer. Das haben Anfragen bei einzelnen Anbietern ergeben.

Bei der Allianz Krankenversicherung sind demnach 5000 Versicherte von Beitragserhöhungen betroffen. Sie müssen künftig im Schnitt 332 Euro bezahlen und damit 12,9 Prozent mehr als bisher. Die DKV bringt es auf 12.700 männliche Standard-Versicherte, von denen voraussichtlich 12.400 von einer Beitragserhöhung betroffen sind.

Der durchschnittliche Beitrag soll um 29,1 Prozent auf 310 Euro steigen. Bei der Debeka sind lediglich 320 Personen von Beitragserhöhungen im Männer-Standardtarif betroffen. Der durchschnittliche Beitrag steigt bei diesem Versicherer um 16,8 Prozent auf 294 Euro. Die letzte Erhöhung im Standardtarif hatte es 2014 gegeben.

Der PKV-Verband reagiert mit der Absenkung des Rechnungszinses auf die Niedrigzinsen an den Kapitalmärkten, die höhere Alterungsrückstellungen nötig machen. Wie stark der Rechnungszins vom bisherigen Niveau von 3,5 Prozent abgesenkt wird, teilt der Verband allerdings noch nicht mit.

Nach Verbandsangaben sind rund 30.000 Männer im Standardtarif versichert. Er ist auf dem Niveau des Höchstbeitrags der gesetzlichen Krankenversicherung gedeckelt und richtet sich an Versicherte, die älter sind als 55 und die vor 2009 in das private System gewechselt sind. (tau)

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