Ärzte Zeitung, 18.03.2010

Kommentar

Die Musik spielt in Berlin

Von Martin Wortmann

Gleiches Honorar für gleiche Arbeit - bundesweit ziehen niedergelassene Ärzte vor Gericht, um diesem Grundsatz Geltung zu verschaffen. Denn bei Ordinationsgebühr und Fallwert ist es eben nicht so: Ärzte in Gemeinschaftspraxen bekommen einen Aufschlag.

Das Bundessozialgericht (BSG) ist den Argumenten der Ärzte in Einzelpraxen nicht gefolgt. Die Bevorzugung von "Berufsausübungsgemeinschaften" ist rechtmäßig - schlicht deshalb, weil sie den Vorgaben und dem politischen Gestaltungswillen des Gesetzgebers entspreche.

Auch wenn sie zum gegenteiligen Ergebnis führt, die Botschaft, die hinter diesem Urteil steckt, klingt genauso selbstverständlich wie die Forderung nach gleichem Honorar für gleiche Arbeit: Der Souverän des Volkes sind nicht die Gerichte, der Souverän ist das Parlament.

Offensichtlich geht der Gesetzgeber davon aus, dass auch fachgleiche kooperative Praxen bessere Arbeit abliefern - etwa weil sie sich vertreten und Zweifelsfälle besprechen können. Ob das stimmt, dazu hat sich das BSG nicht geäußert. Doch Einzelärzte, die dem widersprechen, sollten ihre Klagegemeinschaften in Argumentationsgemeinschaften umwandeln. Der Streit ist weder in Kassel noch in Karlsruhe, sondern allein in Berlin zu gewinnen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »