Ärzte Zeitung online, 11.08.2010

700.000 Euro Regress für Thüringens Ärzte

ERFURT (rbü). Thüringens Ärzte haben 2009 Regressforderungen in Höhe von knapp 700.000 Euro erhalten. Dies geht aus einer Antwort der Thüringer Landesregierung auf Anfrage der Linksfraktion hervor. Die Summe stammt etwa zur Hälfte aus Honorarprüfungen der KV Thüringen sowie Verordnungsprüfungen der Krankenkassen.

700.000 Euro Regress für Thüringens Ärzte

Fast 1200 Mal wurde Thüringens Ärzte im vergangenen Jahr der Regress-Stempel aufgedrückt - doch immerhin deutlich weniger als noch 2007.

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Insgesamt kontrollierte deren gemeinsamer Prüfungsausschuss Thüringens Ärzte in 1190 Fällen auf Wirtschaftlichkeit, und damit weitaus seltener als noch 2007, als die Zahl der Überprüfungen einen Stand von 2100 Fällen erreichte.

Während der Großteil der Rückzahlungen an die KV Thüringen (KVT) bereits erfolgt ist, warten die Kassen nach Angaben des Sozialministeriums noch auf etwa 80 Prozent ihrer Forderungen. Allein die Regresse der KVT summieren sich in den vergangenen fünf Jahren auf mehr als 1,8 Millionen Euro, der Höchststand lag 2006 bei rund 470.000 Euro.

Im Vorfeld der Wirtschaftlichkeitsprüfungen fanden im vergangenen Jahr 165 Beratungsgespräche statt, davon allein ein Drittel mit neu niedergelassenen Ärzten. 19 Fälle des Ausschusses landeten 2009 neu vor den Thüringer Sozialrichtern. Im Durchschnitt sind die Klagen drei Jahre bei den Sozialgerichten anhängig.

Anlass für die Prüfungen waren die Überschreitung von Durchschnittswerten der jeweiligen Fachgruppe, von Richtgrößen von über 25 Prozent sowie Anträge auf unzulässige Verordnung von Arzneimitteln zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung. Praxisaufgaben aus wirtschaftlichen Gründen sind den Angaben zufolge nicht bekannt. Insgesamt habe es zwischen 2005 und Ende 2008 in Thüringen 722 Neuzulassungen gegeben.

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