Ärzte Zeitung, 23.04.2013

BDI

Strafrecht für korrupte Ärzte

Über das Strafrecht soll Korruption von Beteiligten im Gesundheitswesen sanktioniert werden, meint der BDI.

WIESBADEN. Die Debatte über Korruption im Gesundheitswesen darf nach Auffassung des Berufsverbandes Deutscher Internisten nicht allein auf die Ärzte fokussiert werden. Die Ursache für Fehlverhalten liege in der Intransparenz des Gesundheitssystems, sagte BDI-Präsident Dr. Wolfgang Wesiack.

Er teilt die Auffassung von Transparency International, wonach sich alle Beteiligten die Schwächen des Systems zunutze machten. Wesiack fordert daher die Offenlegung sowohl von Bonusverträgen der Krankenhaus-Chefärzte wie auch der Rabattverträge, die Krankenkassen abgeschlossen haben.

Anders als Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr plädiert der BDI-Präsident dafür, Korruption im Gesundheitswesen nicht im Sozialversicherungsrecht, sondern als Straftatbestand im Strafrecht zu regeln. In dieser Frage ist er sich mit BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery einig.

Erst in der vergangenen Woche hatte eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers die steigende Sensibilität in der pharmazeutischen Industrie für die Korruptionsproblematik gezeigt.

Insbesondere bei klinischen Studien und bei Anwendungsbeobachtungen - in beiden Konstellationen müssen zwingend Ärzte einbezogen werden - sehen die Unternehmen ein Risiko, in Korruptionsvorwürfe verstrickt zu werden.

Zwei Drittel der Unternehmen befürwortet eine Ahndung von Korruption über das Strafrecht, nicht zuletzt wegen des hohen Schadenspotenzials für die Reputation der Firmen. (HL)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Bundestag will zweite Runde für TSVG

Die erste Anhörungsrunde zum Termineservicegesetz verlief erwartungsgemäß kontrovers. Der Gesundheitsausschuss hat für den 13. Februar eine weitere Anhörung angesetzt. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »