Ärzte Zeitung, 27.07.2015

Regierung

Biotechnologie erhält weniger Fördermittel

Biotechnologie ist Teil der Hightech-Strategie der Regierung. Die Förderung geht jedoch zurück.

BERLIN. Die öffentliche Förderung der Forschung in den Lebenswissenschaften ist im Sinkflug. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken hervor.

Seit 2012 ist der Posten beim Forschungsministerium um mehr als acht Prozent gesunken. 2014 lag die Gesamtsumme mit 496 Millionen Euro fünf Millionen Euro unter dem Wert von 2010.

Betroffen sind auch die Hersteller von Biopharmazeutika, vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). So sind die öffentlichen Mittel für das Programm "KMUinnovativ Biotechnologie-BioChance" seit 2012 um 18 Prozent von 29,2 Millionen Euro auf 23,9 Millionen Euro gesunken.

Insgesamt erhielt Biotechnologiebranche 2014 mit 44 Millionen Euro fünf Millionen Euro weniger als 2013.

"Es ist sehr ärgerlich und der ohnehin zögerlichen Gründungsbereitschaft für neue innovative Biotechnologie-Unternehmen abträglich, dass die für die Biotechnologie so wichtige Projektförderung stark zurückgegangen ist", kommentierte Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbands BIO Deutschland, die Daten.

Die Biotechnologiebranche werde in der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung als Schlüsseltechnologie bewertet, heißt es in der Regierungsantwort.

Besonders die KMU der Branche hätten aufgrund der hohen Forschungsintensität und teilweise aufwändiger klinischer Studien einen hohen Kapitalbedarf, der seit vielen Jahren nicht hinreichend gedeckt sei.

Die öffentliche Förderung sei eine wesentliche Säule der Innovationsfinanzierung in KMU. Im Jahr 2014 stammten knapp zehn Prozent der Gesamtmittel aus der öffentlichen Hand.

Nach Angaben des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) ist Deutschland ein wichtiger Produktionsstandort für Biopharmazeutika. 2014 erzielten die Hersteller von Biopharmazeutika in Deutschland Umsätze von 7,5 Milliarden Euro netto. Damit erreichte die Branche einen Marktanteil von 22 Prozent. (af)

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