Ärzte Zeitung, 07.05.2018

Prognose

Apple Watch soll Diabetes-Risiko einschätzen

Die Cardiogram-App soll für Träger einer Apple Watch das persönliche Diabetes-Risiko einschätzen – mit 85-prozentiger Treffsicherheit.

SAN FRANCISCO. Wearables und Fitnesstrackern wird von Branchenexperten schon lange großes Potenzial in der medizinischen Prognose und Diagnostik zugetraut.

Der US-amerikanische IT-Gigant Apple sorgte für weltweites Aufsehen. Mit der von dem gleichnamigen Health-Start-up entwickelten App Cardiogram für die Apple Watch lasse sich das persönliche Diabetes-Risiko einschätzen, lautete die Botschaft.

Dabei soll die App die von der Apple Watch gespeicherten Daten des jeweiligen Trägers mit der Software HealthKit auswerten und sie gezielt auf Risikofaktoren für Diabetes hin untersuchen.

Die Programmierer nahmen die andauernde Untersuchung "Health Heart Study" als Grundlage für ihre entwickelte Software. In die Studie der University of California San Francisco waren mehr als 14.000 Cardiogram-Nutzer eingeschrieben.

Die gespeicherten Daten seien dann mittels der Deep-Learning-Technik "DeepHeart" auf das Erkennen der Diabetes-Risikofaktoren hin untersucht worden – mit einer Trefferquote von 85 Prozent. Maßgeblich für die Diabetes-Risiko-Prognose seien die gemessenen Herzdaten.

Die Apple Watch soll mit der Prognosefähigkeit allerdings noch nicht am Ende ihrer Dienste in puncto Diabetes sein. Gegenüber dem Fachportal "Apple Insider" verkündete Cardiogram-Mitbegründer Brandon Ballinger, "DeepHeart" sei auch in der Lage, Zuckerbestimmungen in seine Datenanalyse zu integrieren.

In der Fachwelt kursieren Gerüchte, Apple arbeite an der Entwicklung eines nicht-invasiven Glukose-Sensors zur Integration in eine künftige Version der Apple Watch – eine Art heiliger Gral der modernen medizinischen Wissenschaft.

Allerdings werde es nach gegenwärtiger Einschätzung noch Jahre dauern, bis diese Vision Wirklichkeit werde. Bis dahin dürften sich bereits viele Wettbewerber ebenfalls der Diabetes-Prognose verschrieben haben. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »

Tuberkulose - tödlichste Infektionskrankheit

1,6 Millionen Menschen starben im vergangenen Jahr an Tuberkulose, berichtet die WHO. Damit bleibt TB die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. mehr »