Ärzte Zeitung online, 09.08.2010

Keine Angst vor übermäßigen Flutschäden

KÖLN (akr). Die Schäden durch die Überflutungen in Sachsen und in Brandenburg werden für die Assekuranz voraussichtlich nicht so hoch ausfallen wie die infolge der Elbeflut von 2002. Zwar lägen noch keine Schadenschätzungen vor, sagte Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. "Aber es gibt Anhaltspunkte dafür, dass der Schaden niedriger ist."

Keine Angst vor übermäßigen Flutschäden

Die Flut geht, der Schaden bleibt, wie hier in Chemnitz. Die Versicherungswirtschaft erwartet allerdings keine so hohen Schäden wie bei der Elbeflut 2002.

© dpa

In den betroffenen Gebieten lebten weniger Einwohner als im Überflutungsgebiet von 2002. Außerdem seien heute Flächenstaaten betroffen, in denen weniger Orte angesiedelt seien. Zu den im aktuellen Katastrophengebiet führenden Gebäudeversicherern gehören die Allianz sowie die regionalen Gesellschaften Sparkassen-Versicherung Sachsen und in Brandenburg die Feuersozietät.

Für die Versicherer sind die Schäden aus Überflutungen in Mitteleuropa generell verhältnismäßig gering, weil sie nur sehr restriktiv Risiken übernehmen. Die Elbeflut in Ostdeutschland von 2002 hat volkswirtschaftliche Schäden von rund 12 Mrd. Euro verursacht, von denen die Assekuranz nur 1,8 Mrd. Euro übernahm.

Überschwemmungsschäden sind nicht in regulären Gebäude- und Hausratversicherungen inbegriffen. Ärzte sollten Schäden möglichst schnell melden und gut dokumentieren. Die Assekuranz zahlt aber nur, wenn sie eine zusätzliche sogenannte Elementardeckung für Schäden aus Naturgefahren wie Überflutung, Erdbeben oder Schneemassen haben. Anwohner in Fluss- und anderen Hochrisikogebieten haben große Schwierigkeiten, einen entsprechenden Schutz zu bekommen. Für 1,5 Prozent der Immobilien verweigern die Versicherer eine Elementardeckung. Nach Angaben des GDV hat heute nur jede vierte Hausrat- oder Gebäudeversicherung einen Zusatz. In den neuen Bundesländer ist der Anteil aber bedeutend höher, denn hier gibt es eine Besonderheit: Noch zu DDR-Zeiten abgeschlossene Policen haben automatisch einen Elementarzusatz. Die DDR-Verträge übernommen hat der Versicherer Allianz. Für Beschädigungen am Auto kommt die Kasko-Versicherung auf, auch bei Beschädigungen der Innenausstattung.

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