Ärzte Zeitung, 24.03.2011

Keine Vorkasse für Privatrezepte über 1000 Euro

KÖLN (iss). Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) testet ab 1. April in Bayern die Direktabrechnung in Apotheken. Der neue "Allianz Arzneimittelservice" steht allerdings nur einem begrenzten Kundenkreis zur Verfügung.

Bei Erfolg soll die Vereinbarung mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) bundesweit ausgerollt werden. Die Direktabrechnung greift nur, wenn der APKV-Versicherte gleichzeitig Rezepte im Wert von mindestens 1000 Euro einreicht.

Nach Angaben des Versicherers richtet sich das Angebot an Patienten mit schwer wiegenden Erkrankungen, die das neue Verfahren entlasten soll. Wenn die Kunden mit ihrem Apotheker das neue Verfahren vereinbart haben, rechnet er selbst mit der APKV ab, der Versicherte muss nicht in Vorleistung treten.

Die Allianz ist nach eigenen Angaben das erste PKV-Unternehmen, das in diesem Feld mit den Apothekern kooperiert. Anhand der Erfahrungen aus dem Modellprojekt wollen APKV und DAV entscheiden, ob die 1000-Euro-Grenze Sinn macht oder ob Änderungen notwendig sind. Es soll auch zeigen, wie groß das Interesse der Versicherten an dem Angebot ist.

"Den Apotheken bietet das Direktabrechnungsverfahren einen Schutz vor Forderungsausfällen bei hochpreisigen Arzneimitteln", sagt Unternehmenssprecher Ulrich Hartmann.

Die APKV hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, dass sie Vereinbarungen mit Apothekern über besondere Service- und Beratungsleistungen anstrebt. Damit wollte der Versicherer den Ärger der Pharmazeuten über eine exklusive Kooperation mit dem Versender Europa Apotheek mildern. Auch beim "Allianz Arzneimittelservice" rechnet die Europa Apotheek direkt mit der APKV ab.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »