Ärzte Zeitung online, 02.08.2011

Central Kranken rechnet mit zweistelligen Prämiensteigerungen

KÖLN (iss). Den Kunden der Central Krankenversicherung steht eine kräftige Prämienerhöhung ins Haus.

"Nach dem aktuellen Stand unserer Analysen rechnen wir mit Erhöhungen im zweistelligen Bereich", schreibt der Kölner Versicherer in einer Information an seine Vermittler. Betroffen sind danach sowohl das Neugeschäft als auch der Bestand.

In einzelnen Tarifen könne die Erhöhung im Neugeschäft im Schnitt stolze 20 Prozent betragen, bei anderen immerhin noch zehn Prozent. Für genauere Angaben ist es zum jetzigen Zeitpunkt nach Angaben eines Unternehmenssprechers noch zu früh.

Zum 1. Januar 2011 hat die Central - die Nummer fünf im PKV-Markt - die Prämien um durchschnittlich 6,5 Prozent über alle Tarife angehoben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[04.08.2011, 10:25:40]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Kapitalgestützte Umlagekasse PKV vs. beitragsfinanzierte GKV-Umlagekassensolidarität
Damit entlarvt sich die Private Central Krankenversicherung: Sie ist, wie die gesamte PKV, eigentlich eine kapitalgestützte Umlagekasse mit variablen Prämien. Eine e c h t e V e r s i c h e r u n g würde bedeuten, dass mittels einer fest vereinbarten monatlichen Prämie Gesundheits- und Krankheitsrisiken der Kunden als unternehmerisches Risiko auf die Versicherungsgesellschaft übertragen werden.

Dabei hat die PKV das Privileg, alle Familienangehörigen pro Kopf versichern zu können und nicht pauschal zu inkludieren, wie in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Zusätzlich werden überwiegend nur Gut-und Besserverdiener aufgenommen, mindestens ab 4.125 € monatlich Brutto aufwärts (Ende der GKV-Versicherungspflichtgrenze). Ganz nebenbei: Mit der auf 3712,50 Euro Monatseinkommen abgesenkten GKV-Beitragsbemessungsgrenze hat die Bundesregierung (mit stillschweigendem Einverständnis der SPD) die GKV-Finanzierungsbasis bewusst verschmälert und den solidarischen Ausgleich durch Besserverdiener konterkariert.

Das "Bundesaufsichtsamt Versicherungswesen", integriert in die "Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht" (BaFin), genehmigt problemlos Prämienerhöhungen, wenn PKV-Unternehmen nur genügend schlechte Bilanzdaten vorweisen können. Ältere Pensionäre und Rentner in der PKV haben dann z. T. bei exorbitanten Prämiensteigerungen mit zugleich höchsten Krankheitsrisiken das Nachsehen. Alte GKV-Versicherte mit deutlich niedrigeren, von der Versichertengemeinschaft solidarisch mitfinanzierten Kassenbeiträgen haben den Vorteil.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM (z. Zt. Bergen aan Zee)



 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »