Ärzte Zeitung, 14.09.2011

Die Meinung

Ombudsmann hat sich bewährt

Von Ilse Schlingensiepen

Ombudsmann hat sich bewährt

© privat

Im Oktober ist es zehn Jahre her, dass der Ombudsmann für die private Kranken- und Pflegeversicherung die Arbeit aufgenommen hat. Angesichts der vielen Millionen Voll- und Zusatzversicherungsverträge, die Kunden abgeschlossen haben, ist die Zahl der Beschwerden nach wie vor sehr gering. Das heißt aber nicht, dass die Arbeit des Schlichters überflüssig wäre.

Es ist gut, dass die Kunden eine unabhängige Anlaufstelle haben, wenn sie sich von einem PKV-Unternehmen ungerecht behandelt oder über den Tisch gezogen fühlen.

In den vergangenen Jahren ist es dem Ombudsmann in vielen Fällen gelungen, Lösungen für Streitfälle zu finden. Allein hätten die Kunden das nicht geschafft.

Mindestens so wichtig wie die Hilfe im Einzelfall ist die Signalwirkung mancher Entscheidungen: Die Versicherer kennen die Spruchpraxis und nehmen bei der Regulierung darauf Rücksicht. Anderen Versicherten bleiben dadurch aufreibende Auseinandersetzungen erspart.

Die Arbeit des Ombudsmanns hat aber einen Nachteil: Anders als bei dem für die anderen Sparten zuständigen Versicherungs-Ombudsmann sind die Entscheidungen zur PKV in keinem Fall bindend. Das wird so manchen davon abhalten, sich überhaupt an die Schlichtungsstelle zu wenden.

Ilse Schlingensiepen ist Wirtschaftsjournalistin in Köln.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »