Ärzte Zeitung, 10.04.2013

Der Kommentar zur PKV

Nur Leistungen überzeugen

Von Ilse Schlingensiepen

Manche Manager der privaten Krankenversicherer (PKV) wollen es offenbar nicht begreifen: Wenn die Branche im Wettbewerb mit den gesetzlichen Kassen punkten will, dann kann sie das nur über die Leistungen und nicht über den Preis.

Es ist noch nicht lange her, dass sich manche Anbieter mit Billigtarifen eine blutige Nase geholt und dem Image der gesamten Branche geschadet haben. Außerdem haben die Angebote, die wenig mit einer privaten Vollversicherung zu tun hatten, das Augenmerk auf ein generelles Problem der PKV gerichtet.

Denn im garantierten Leistungsumfang fielen die Versicherer in Bereichen wie der Psychotherapie, der Hilfsmittelversorgung und der Suchtentwöhnung deutlich hinter die GKV-Kassen zurück.

Um diese Schwachstelle zu beseitigen, hatte sich die Mehrheit der Branche darauf verständigt, mit der Umstellung auf die geschlechtsneutralen Unisex-Tarife auch Mindeststandards einzuführen.

Eine aktuelle Untersuchung der Rating-Agentur Assekurata zeigt, dass aber nur einige Unternehmen das tatsächlich in vollem Umfang gemacht haben. Manche Versicherer hat wohl abgeschreckt, dass die Leistungserweiterungen den PKV-Schutz teurer machen.

Wieder haben sich kurzfristige Wettbewerbsvorteile gegenüber der langfristigen Perspektive durchgesetzt. Den Schaden haben die Kunden und die ganze Branche.

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