Ärzte Zeitung online, 04.06.2014

Haftpflicht

Zwei Stufen sollen Hebammen entlasten

Das Parlament drückt aufs Gas bei der Entlastung der Hebammen: In zwei Stufen sollen Sicherstellungszuschläge vereinbart werden. Die erste Phase könnte schon am Freitag starten.

BERLIN. Der Gesetzgeber plant, Hebammen in zwei Stufen bei der Berufshaftpflicht zu entlasten. Damit soll die flächendeckende Versorgung mit Hebammenleistungen gewahrt bleiben. Das geht aus Änderungsanträgen der Koalitionsfraktionen zum Entwurf des GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetzes (GKV-FQWG) hervor, die der "Ärzte Zeitung" vorliegen.

Schon am Freitag tritt demnach ein Passus des Gesetzes in Kraft, das am Donnerstag im Bundestag abschließend beraten und beschlossen werden soll. Kassen und Hebammenverbänden wird damit aufgegeben, bis zum 30. September 2014 die Zuschläge auf die Geburtshilfeleistungen neu zuzuschneiden.

Damit sollen die ab Juli teilweise auf mehr als 5000 Euro im Jahr steigenden Haftpflichtprämien auch für Hebammen aufgefangen werden, die nur eine geringe Zahl an Geburten begleiten.

In einem weiteren Schritt sollen ab 1. Juli 2015 dann Sicherstellungszuschläge für die Hebammenversorgung in der Fläche eingeführt werden. Die gibt es allerdings für die freiberuflichen Hebammen mit geringer Geburtenzahl nicht umsonst.

Bis Ende des Jahres müssen sie mit den Kassen Qualitätsanforderungen und Nachweisverfahren für deren Einhaltung vereinbaren. Werden sich die Vertragspartner nicht einig, soll die Schiedsstelle diese Anforderungen aufsetzen. Die Höhe des Zuschlags soll von der Anzahl betreuter Geburten und schadensfreier Monate sowie der Höhe der Haftpflichtprämie abhängen. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Reiseimpfungen 2018 – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

IQWiG hinterfragt Darmkrebs-Screening

Der aktuelle Rapid Report des IQWiG kommt ebenso wie der Abschlussbericht von 2013 zu dem Fazit: Der Nutzen des Screenings bei unter 55-Jährigen mit einem familiären Risiko für Darmkrebs ist unklar. mehr »

Mehr Trinken bringt kranken Nieren nichts

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion einen höheren Wasserkonsum nahezulegen, nützt nicht viel: Die Harnmenge nimmt etwas zu, doch die Nierenfunktion verbessert sich nicht. mehr »