Ärzte Zeitung, 14.09.2016

Private Krankenversicherung

Sparpaket oder Innovation?

Im Unternehmen "LM Plus" arbeiten private Versicherer ungeachtet aller Konkurrenz ganz formal zusammen. Doch was bezwecken sie mit dieser Gemeinschaftsinitiative?

Von Ilse Schlingensiepen

Die private Krankenversicherung (PKV) ist nicht gerade ein Versicherungszweig, der durch eine besondere Innovationskraft auffällt. An neue Ideen und Konzepte wagen sich die Unternehmen selten heran, was nicht zuletzt an der Nähe zur Sozialversicherung und den strengen Regularien liegt.

Eine spannende Frage ist, ob es Barmenia, Gothaer, Hallesche und Signal gelingt, mit ihrem gemeinsames Unternehmen "LM Plus" für das Leistungsmanagement eine wirkliche Neuerung auf den Weg zu bringen. Die Tatsache, dass die Versicherer ungeachtet aller Konkurrenz ganz formal zusammenarbeiten, ist definitiv etwas Neues. Nicht umsonst hat sich das Bundeskartellamt sehr lange Zeit gelassen, um das Projekt zu prüfen.

Die entscheidende Frage ist, was die Versicherer mit ihrer Gemeinschaftsinitiative bezwecken. Wollen sie durch den gemeinsamen Auftritt und den gemeinsamen Einkauf von Leistungen lediglich die Kosten senken, oder wollen sie für die Kunden einen echten Mehrwert schaffen?

Ein spürbares Plus aus Sicht der Privatpatienten könnte darin bestehen, dass die Versicherer ihren Kunden die Versorgung durch besonders qualifizierte Kliniken und niedergelassene Ärzte oder reduzierte Wartezeiten bieten.

Noch machen die Unternehmen ein Geheimnis aus ihren konkreten Plänen. LM Plus muss noch beweisen, ob es eine wirkliche Innovation ist - aus Sicht der Branche, der Versicherten und der Ärzte.

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