Ärzte Zeitung online, 29.09.2016

PKV

SPD sollte einlenken!

Ein Kommentar von Herbert Fromme

Die für 2017 erwarteten zweistelligen Preiserhöhungen für mehr als die Hälfte aller Privatversicherten kommen nicht überraschend. Die niedrigen Zinsen müssen sich zwangsläufig auf die private Krankenversicherung (PKV) auswirken. Schließlich beruht ihr Geschäftsmodell darauf, dass Versicherte in jungen, gesunden Jahren das Geld ansparen, aus dem im Alter die höheren Kosten bezahlt werden.

Wenn die Zinsen sinken, müssen die PKV-Versicherten mehr zurücklegen, damit später genug Geld da ist. Diese Erhöhungen werden nicht die letzten sein.

Allerdings: Dass die PKV-Branche nach mehreren Jahren moderater Erhöhungen jetzt so einen tiefen Schluck aus der Pulle nehmen muss, ist Schuld des Gesetzgebers. Er erlaubt den Gesellschaften nur dann eine Beitragserhöhung, wenn die Gesundheitskosten um zehn Prozent gestiegen sind. Dann aber müssen sie alle Faktoren in den neuen Preis einrechnen, auch die niedrigen Zinsen.

Die Folge sind extreme Beitragssprünge. Gegen eine Änderung dieser Regeln hin zu niedrigeren, aber häufigeren Erhöhungen sträubt sich bislang die SPD. Das sollte sie lassen. Der Systemstreit PKV oder Bürgerversicherung wird nicht dadurch entschieden, dass die PKV-Versicherten alle drei, vier Jahre in Panik versetzt werden.

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[10.10.2016, 07:34:53]
Carsten Windt 
Warum sollte die SPD einlenken?
Es ist doch im Interesse der SPD, dass es zu solchen sprunghaften Steigerungen im Beitrag kommt. Kann man doch so leichter für eine Bürgerversicherung werben. Unterschlägt doch die SPD, dass freiwillig Versicherte jedes Jahr deutliche Beitragsanpassungen erfahren (Erhöhung der Bemessungsgrenze) zum Beitrag »

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