Ärzte Zeitung online, 14.06.2017
 

Private Krankenversicherung

Digitalisierung sorgt für Druck

Kommentar von Ilse Schlingensiepen

Die Kooperation von vier privaten Krankenversicherern (PKV) mit der gemeinsamen Gesellschaft LM+ für das Leistungsmanagement war erst der Anfang. In einer Reihe weiterer Bereiche werden PKV-Unternehmen in Zukunft ihre Kräfte bündeln. Denn die meisten sind zu klein, um die Herausforderungen allein zu stemmen.

Vor allem die Digitalisierung zwingt die Versicherer zum Handeln. Entwicklungen wie die elektronische Patientenakte oder die elektronische Speicherung von Notfall- und Medikationsdaten bleiben nicht auf die gesetzliche Krankenversicherung beschränkt. Die PKV muss ihren Kunden vergleichbare Angebote machen – spätestens, wenn die Versicherten sie einfordern.

Da macht es wenig Sinn, dass jeder Versicherer sein eigenes Süppchen kocht. Zum einen wäre es ein Horror für niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser und andere Leistungserbringer, wenn sie mit einer Reihe unterschiedlicher Lösungen verschiedener PKV-Anbieter arbeiten müssten – jeweils für ein paar Privatpatienten. Zum anderen ist der finanzielle Aufwand, der mit solchen Angeboten verbunden ist, gerade für kleinere Versicherer viel zu hoch.

Übergreifende Ansätze sind gefragt. Je mehr PKV-Unternehmen auf dasselbe Pferd setzen, desto besser. Deshalb muss die Branche kreativ sein: Sie muss Lösungen entwickeln, die nicht gegen das Kartellrecht verstoßen und den gewünschten Wettbewerb zwischen den Versicherern nicht gefährden.

Ilse Schlingensiepen ist Wirtschaftsjournalistin in Köln.

Lesen Sie dazu auch:
PKV: Prämienerhöhungen stehen auf dem Prüfstand

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Es kommt Schwung in die Entwicklung neuer Psychopharmaka

Bald könnte es einen Schub für die Entwicklung neuer Psychopharmaka geben. Denn Forscher finden immer mehr über die Entstehung psychischer Erkrankungen heraus. mehr »

Spielt Krebs eine Rolle beim plötzlichen Kindstod?

Ein plötzlicher Kindstod bei einer unbekannten neoplastischen Erkrankung ist selten, aber kommt vor. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. mehr »

Patienten sollen Verdacht auf Nebenwirkung melden

Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Patienten auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. mehr »