Ärzte Zeitung online, 24.10.2017

Versicherungen

Ergo setzt jetzt auch auf smarten Schutz für Wohnungen

Mit der Munich Re-Tochter Ergo ist jetzt ein weiterer Versicherer in den Smart-Home-Markt eingestiegen.

KÖLN. Die Düsseldorfer Versicherungsgruppe Ergo kooperiert beim Einstieg in den Smart-Home-Markt mit der Telekom. Die Telekom bietet bereits ein umfangreiches Smart Home-Paket an. Seit Monatsbeginn können Telekom-Kunden einen dazugehörigen Schutzbrief bei der Ergo kaufen.

Beim Smart Home werden an Türen, Fenstern, Wasserleitungen und Rauchmeldern Sensoren angebracht, die mit dem Internet verbunden sind. Bewohner erhalten über eine App sofort Meldung, wenn etwas nicht stimmt. Ist der Nutzer zu Hause, kann er selbst nach dem Problem sehen. Schwieriger wird es, wenn er nicht zu Hause ist.

Hier setzen Versicherer wie die Ergo an. Mit dem Schutzbrief erhalten Kunden Zugang zum Ergo-Notfallservice.

Schlägt einer der Sensoren Alarm, während der Kunde unterwegs ist oder die App-Benachrichtigung nicht hört, wird der Ergo Notfallservice automatisch alarmiert. Der Versicherungsnehmer legt vorher fest, was passieren soll: "Entweder wird die Feuerwehr gerufen oder der Nachbar kontaktiert, der einen Schlüssel hat", erklärt eine Ergo-Sprecherin.

Bereits 2014 hatte die Allianz einen sehr ähnlichen Kooperationsvertrag mit der Telekom geschlossen. Es lief aber wohl nicht so gut: Nach der Pilotphase verlängerte die Allianz den Vertrag nicht. Seit September 2015 arbeitet sie mit dem Elektronikkonzern Panasonic zusammen.

Ergo und Allianz sind aber nicht die Einzigen auf dem Smart-Home-Markt: Generali arbeitet mit der Google-Tochter Nest zusammen, Cosmos Direkt mit dem Elektronikhersteller Devolo. Aviva und RSA haben ebenfalls Kooperationen mit Sensoren-Herstellern geschlossen.

Der Markt ist attraktiv, denn immer mehr Menschen versehen ihre Wohnung mit Sensoren. Und: Die neue Technik könnte helfen, die Rentabilität zu verbessern. Denn die Sparte Gebäudeversicherung schreibt seit mehreren Jahren Verluste.

Eine Hauptursache sind Leitungswasserschäden. Sie waren für knapp die Hälfte aller Schäden in den Jahren 2013 bis 2015 verantwortlich. Bei alten Leitungen werden Lecks oft erst spät bemerkt. Mithilfe von Smart Home-Sensoren können Risse und kleinere Lecks schneller erkannt und behoben werden, bevor große Schäden entstehen, hoffen die Versicherer.(noe)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Herzschutz-Effekt durch spezielle Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren hat in der REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »

In Westeuropa sterben Deutsche am frühesten

Deutschland hat unter 22 westeuropäischen Ländern die niedrigste Lebenserwartung. Wie aus einem aktuellen WHO-Bericht hervorgeht, gibt es im weltweiten Vergleich noch immer drastische Unterschiede – von bis zu 40 Jahren. mehr »

Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Weltantibiotikawoche ist angelaufen: Während die WHO für mehr Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Medizin wirbt, versucht ein Projekt von Ärzten und Kassen die Bürger für Resistenzen zu sensibilisieren. mehr »