Ärzte Zeitung online, 08.11.2017
 

Unternehmen

LM+ erweitert Angebot für Privatpatienten

Der PKV-Dienstleister LM+ bietet Privatversicherten künftig nicht nur Unterstützung bei psychischen, sondern auch bei orthopädischen Erkrankungen sowie zur Palliativmedizin.

KÖLN. LM+ wurde 2016 von den PKV-Versicherern Barmenia, Gothaer, Hallesche und Signal Iduna gegründet. Gestartet ist der Dienstleister mit einem strukturierten Betreuungskonzept für Patienten mit psychischen Erkrankungen; Kooperationspartner sind die Asklepios Kliniken in Hamburg.

Dabei hatte der PKV-Dienstleister gehofft, Patienten über geplante Behandlungen oder die vertrauensärztliche Untersuchung bei Krankentagegeldversicherungen für die Teilnahme zu gewinnen. Doch "das hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht", erklärte auf Anfrage Geschäftsführer Thomas Soltau. Jetzt setzt LM+ bei der Suche nach einem niedergelassenen Psychotherapeuten an. "Hier gibt es auch für Privatversicherte hohe Zugangshürden." Um für Abhilfe zu sorgen, kooperiert LM+ mit dem Spezialanbieter IVPNetworks. "Wir versuchen, den Versicherten innerhalb von drei Wochen einen Termin zu vermitteln", erklärt der Geschäftsführer.

Auch Online-Konsultation

LM+ hat Vereinbarungen mit vier Anbietern von Online-Therapien abgeschlossen. Um den Psychotherapeuten die Angst vor dem Inkassorisiko zu nehmen, bietet das Unternehmen zudem eine Direktabrechnung an. Bei der stationären Versorgung psychisch Kranker setzt der Dienstleister die Kooperation mit Asklepios fort und führt Gespräche mit zwei weiteren Klinikketten.

In der Orthopädie steht der Schutz vor Über- oder Fehlversorgung im Mittelpunkt. "Wir bieten die Vermittlung von Zweitmeinungen und die Bewertung von Behandlungs- und Operationsmethoden an", sagt Soltau. Das Unternehmen arbeitet mit medizinischen Gutachtern zusammen. Bei der Palliativmedizin geht es vor allem um die Beratung und Information der Versicherten, gerade mit Blick auf die Vorsorgedokumentation. "Unsere Gesellschafter wollen ihre Informationsangebote gezielt verbessern."

Rabattvertrag geschlossen

Und LM+ ist jetzt auch als Einkaufsgemeinschaft tätig. "Wir haben einen Rabattvertrag mit einem bedeutenden Generika-Hersteller im deutschen Markt abgeschlossen", so Soltau. Das dabei erzielte Rabattniveau brauche den Vergleich mit den Kontrakten der gesetzlichen Kassen nicht zu scheuen. Dem Rabattvertrag sollen sich auch PKV-Unternehmen anschließen können, die nicht zum Gesellschafterkreis von LM+ gehören. Soltau: "Wir führen bereits Gespräche." Grundsätzlich könnten PKV-Anbieter einen Rahmenvertrag mit LM+ abschließen und dann einzelne Module inklusive der Versorgungsprogramme als Leistungen einkaufen. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »