Ärzte Zeitung online, 07.12.2017

PKV

Erster Anbieter bringt App für E-Akte auf den Markt

Notfalldaten, Medikationspläne, Impfpässe und mehr können Kunden der DKV jetzt mittels einer App nutzen.

KÖLN. Die Deutsche Krankenversicherung (DKV) ist als erster privater Krankenversicherer (PKV) mit einer mobilen Anwendung auf den Markt gekommen, die den Anforderungen des E-Health-Gesetzes genügt. Basis ist eine vom PKV-Verband entwickelte Plattform, auf der die DKV ihre eigene Lösung aufsetzt (wir berichteten). Sie ist der Grundstein für eine elektronische Gesundheitsakte.

Die PKV sieht in einer App eine sinnvolle Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Anwendung soll den Privatversicherten alle Funktionalitäten bieten, die das E-Health-Gesetz für die elektronische Gesundheitskarte vorsieht. Dafür hat der PKV-Verband eine elektronische Plattform mit Schnittstellen definiert, die alle Versicherer nutzen können. In welcher Form sie das tun, bleibt ihnen überlassen: Sie können den Prototyp so übernehmen, wie er ist, oder ihn um bestimmte Funktionalitäten und Angebote ergänzen. "Wir setzen auf dem Verbands-Modell auf, erweitern das Grundkonzept aber", sagt der Vorstandsvorsitzende der DKV Dr. Clemens Muth der "Ärzte Zeitung".

In der App können voll- und zusatzversicherte Kunden des Marktzweiten Notfalldaten, Medikationspläne, Impfpässe, Arztbriefe, Labordaten und Untersuchungsbefunde speichern. Alle Daten liegen verschlüsselt auf dem Smartphone des Kunden.

Wahrscheinlich kommen bald weitere PKV-Anbieter mit eigenen Apps auf den Markt. Bei allen Varianten soll es später möglich werden, dass Ärzte, Kliniken oder andere Leistungserbringer ihre Daten gleich auf die App spielen können, wenn der Versicherte das wünscht. Auch hierfür arbeitet der Verband an einem technischen Grundkonzept. Wann der Datenaustausch möglich wird, steht noch nicht fest.

Bei diesem zweiten Schritt sei es wichtig, dass die Akteure im Gesundheitswesen mit kompatiblen Schnittstellen arbeiten, betont Muth. "Wir brauchen eine offene Infrastruktur." Versicherte, die bereits die Rechnungs-App der DKV haben, erhalten die erweiterte Variante automatisch als Update. Zurzeit nutzen rund 80.000 Kunden die Rechnungs-App. "Seit es die Möglichkeit gibt, die Rechnung abzufotografieren, hat es einen richtigen Schub gegeben", berichtet der DKV-Chef. Beim Portal "Meine Versicherung" sind über 300.000 Kunden angemeldet. Die DKV will die App langfristig mit dem Portal verbinden.

Im nächsten Jahr sollen die Kunden die Möglichkeit erhalten, ihre Daten synchron auf mehreren Geräten zu nutzen. Die App ist kostenlos im App-Store erhältlich, eine Android-Version soll kurzfristig folgen. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So alt sind die Ärzte in Deutschland

Fast jeder dritte niedergelassene Arzt in Deutschland ist jenseits der 60. Wir zeigen in Grafiken, wie alt die Ärzte in den einzelnen Fachbereichen sind. mehr »

Deutschland will Zuckerberg bezwingen

Zucker versteckt sich in vielen Fertigprodukten. Das erschwert eine gesundheitsbewusste Ernährung, so die Kritik beim 2. Zuckerreduktionsgipfel. Die Politik will eingreifen. mehr »

Riskanter Psychopharmaka-Einsatz in Altenheimen?

Wie oft bekommen Bewohner deutscher Altenheime beruhigende Medikamente? Diese Frage widmet sich eine jetzt Studie. Anscheinend liegt manches im Argen. mehr »