Ärzte Zeitung online, 29.06.2018

Private Pflegeversicherung

Pflegereform treibt Beiträge für Privatpatienten hoch

Die PKV hält das Kapitaldeckungsverfahren im Vergleich zum Umlageverfahren in der GKV für die bessere Variante. Zur Untermauerung der These führt die Branche die Beitragsentwicklung in der Pflegeversicherung im Vergleich zwischen PKV und GKV an.

BERLIN. Privatpatienten müssen im kommenden Jahr ebenso wie die gesetzlich Versicherten mehr für die Pflegeversicherung bezahlen.

Zurzeit seien die privaten Krankenversicherer noch dabei, die Auswirkungen der Pflegereformen auf die Beiträge zu kalkulieren, sagte der Vorsitzende des PKV-Verbands Uwe Laue bei der PKV-Jahrestagung in Berlin. "Wir müssen aber damit rechnen, dass wir Beitragsanpassungen von zehn bis zwanzig Euro haben werden."

Je nach Tarif entspricht das einer Anhebung um 20 bis 30 Prozent. " Die Entwicklung in der Pflegeversicherung zeigt nach Laues Meinung die Vorteile des PKV-Systems mit dem Ansparen von Alterungsrückstellungen. "Denn für kein Risiko lässt sich so gut vorsorgen wie für den Pflegefall, weil er in den allermeisten Fällen erst in sehr hohem Alter eintritt."

Bei Einführung der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflegepflichtversicherung im Jahr 1995 seien die Beiträge in der PKV zunächst höher als in der GKV gewesen, weil zu der Finanzierung der akuten Pflegefälle der Aufbau der Alterungsrückstellungen kam.

14 Euro vs. 29 Euro

GKV-Versicherte mussten im Schnitt 14 Euro pro Kopf und Monat zahlen, Privatpatienten dagegen 29 Euro.

"Doch dann haben diese Rückstellungen mit Zins und Zinseszins dazu geführt, dass die Beiträge in der privaten Pflegepflichtversicherung bei identischen Leistungen weniger stark steigen mussten", betonte Laue.

Seit 2012 seien sie sogar niedriger als in der GKV. Heute lägen die Beiträge im Schnitt bei 40 Euro für gesetzlich Versicherte und 37 Euro für privat Versicherte.

Der durchschnittliche Anstieg um acht Euro in der PKV sei ausschließlich auf die vom Gesetzgeber mit der Zeit stark ausgeweiteten Leistungen in der Pflegeversicherung zurückzuführen, erläuterte Laue.

Dem stünden 26 Euro Beitragsanstieg in der GKV gegenüber– "für diese Mehrleistungen, aber eben auch massiv durch die Alterung der Gesellschaft verursacht".

Nach der Neukalkulation allerdings werden die Beiträge für die Pflegeversicherung bei den Privatpatienten erst einmal wieder an den Beiträgen der gesetzlich Versicherten vorbeiziehen. (iss)

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