Ärzte Zeitung online, 17.11.2017
 

Telematikinfrastruktur

Der Startschuss der gematik ist gefallen

Die Zulassungen für alle nötigen Komponenten für den Anschluss der Praxen an die Datenautobahn sind erteilt. Nun kann der Online-Rollout der Telematikinfrastruktur beginnen. Die ersten Praxen sollen noch Ende des Monats ans Netz gehen.

Der Startschuss der gematik ist gefallen

Erst auspacken, dann anschließen: Nach den ersten Zulassungen für alle erforderlichen Komponenten können die Praxen jetzt loslegen.

© CGM

NEU-ISENBURG.Der Anschluss der Ärzte an die Telematikinfrastruktur (TI) kann beginnen. Pünktlich zur Medica hatte die Betreibergesellschaft gematik offiziell die Zulassung aller Komponenten und Dienste für den Online-Rollout der Gesundheitskarte bekannt gegeben (wir berichteten). Die CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM) erfüllt als erster Anbieter alle notwendigen Voraussetzungen und will noch Ende November die ersten Praxen andocken, wie das Unternehmen während der Medizinmesse in Düsseldorf angekündigt hat.

Folgende Komponenten brauchen Ärzte, Zahnärzte und Kliniken für den Anschluss an die TI:

  1. Zugelassene Praxisprogramme

    Mittlerweile sind einige Praxis-EDV-Systeme zugelassen. Ob die eigene Software dazugehört, können Ärzte im Web unter "Telematikinfrastruktur" bei der KBV finden (www.kbv.de/ html/praxis-it.php). Der Anschluss mit den zugelassenen Komponenten ist nicht nur für CGM-Anwender möglich, sondern mit allen zugelassenen Praxisprogrammen. Von den Programmen der CompuGroup Medical haben unter anderem CGM ALBIS, CGM MEDISTAR, CGM M1 PRO und CGM TURBOMED sowie die Zahnarztinformationssysteme CGM Z1, CHREMASOFT, CGM HIGHDENT PLUS und nicht zuletzt das Krankenhausinformationssystem CGM CLINICALdie Konformitätsbestätigung für den Produktivbetrieb erhalten.

  2. Hardware- und Online-Komponenten

    Zugelassen sind derzeit der Konnektor KoCoBox MED+, das eHealth-Kartenlesegerät ORGA 6141, der CGM VPN-Zugangsdienst und der CGM Intermediär VSDM. Parallel hat die Bundesdruckerei neben der Sektorenzulassung der KZBV nun auch die Zulassung der gematik als Trusted Service Provider erhalten, so dass die Kartenproduktion der Institutionskarte (SMC-B, elektronischer Praxisausweis), zu Beginn für Zahnärztinnen und Zahnärzte, starten kann. Die Zulassung für Ärztinnen und Ärzte wird ebenfalls kurzfristig erwartet. Die Anbindung von Arztpraxen werde daher ebenfalls zeitnah erfolgen können, heißt es in einer Mitteilung von CGM.

Die Zulassungen der TI-Komponenten sind zugleich der Startschuss für die Installationstermine in den Praxen. Mehrere tausend Bestellungen liegen laut Mitteilung bereits vor. Die CGM und ihre Partner beginnen nun damit, alle für das vierte Quartal 2017 bestellten Installationen umzusetzen.

Hunderte von Technikern zertifiziert

Das Unternehmen hat sich auf den Ernstfall vorbereitet: Bereits im Juni sei das CGM-Zertifizierungsprogramm für hunderte Techniker und Spezialisten gestartet, die jetzt für die schnelle und professionelle Installation in der Praxis und für die Einweisung von Arzt und Praxisteam sorgen sollen.

Leseraktion

Haben Sie Fragen zum Online-Rollout?

Auch nach der Zulassung der TI-Komponenten bleiben Fragen, die Sie sich vielleicht stellen: Ist jetzt der Zeitpunkt für den Einstieg gekommen? Mit welcher Förderung kann ich rechnen, wenn ich den Online-Rollout sofort mitmache – oder erst in sechs Monaten? Mit welcher Wartezeit muss ich rechnen?

 In Kooperation mit CGM startet dort ab sofort der Service "Telematikinfrastruktur – Fragen und Antworten". Experten werden Ihnen in kürzester Zeit Antworten auf Ihre Fragen geben, die Sie mit und ohne Nemensnennung stellen können. Die Antworten werden dann auch in der gedruckten Ausgabe der "Ärzte Zeitung" veröffentlicht werden.

Ihre Fragen stellen Sie unter: www.aerztezeitung.de/telematik/

Sicherheit wird bei den Vorgaben der gematik groß geschrieben. CGM habe daher umfassend in die zulassungskonforme Sicherheit von Lagerung und Transport aller TI-Komponenten investiert: Von der Produktion bis zur Installation der Komponenten in der Praxis werden höchste Sicherheitsstandards garantiert, gewährleistet durch eine zu jedem Zeitpunkt sichere und nachvollziehbare Lieferkette. Die Anlieferung in die Zahnarzt- und Arztpraxen erfolge aus dem Hochsicherheitslager in Koblenz.

"Die Zulassung unserer Produktkette mit allen notwendigen Komponenten markiert den Endpunkt einer intensiven Entwicklung und ist zugleich Startpunkt für die Überführung eines der größten IT-Projekte der Welt in den Betrieb. Gleichzeitig eröffnet die TI den Weg zur Einführung medizinischer E-Health-Anwendungen, wie die E-Patientenakte", so Uwe Eibich, Vorstand der CompuGroup Medical Deutschland AG. (ger)

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