Ärzte Zeitung online, 24.11.2017

Fragen und Antworten zur TI

In 6,5 Sekunden ist die eGK aktualisiert

Der erste Konnektor ist zugelassen, alle Geräte für die Telematikinfrastruktur sind verfügbar. Ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Praxis ans Netz zu bringen? In einer kleinen Serie finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

NEU-ISENBURG. Seit zwei Wochen gibt es für alle Komponenten, die für den Anschluss an die Datenautobahn im Gesundheitswesen erforderlich sind, ein Gerät oder einen Dienst mit Zulassung. Die Uhr für die Vertragsärzte tickt nun: Noch 13 Monate, dann sollen die Praxen angeschlossen sein, wenn sie sich Honorarkürzungen um ein Prozent ersparen wollen.

Doch aller Anfang ist schwer, und Ärzten bleiben noch viele Fragen, bevor sie sich entschließen, den Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) zu installieren. In einer kleinen Serie, initiiert von "Ärzte Zeitung" und CompuGroup Medical Deutschland, selbst Anbieter eines Komplettpakets für den TI-Anschluss, geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Frage:Müssen eigentlich wirklich alle Praxen teilnehmen? Ich bin eigentlich nie online, wozu dann die Datenautobahn?

Antwort: Tatsächlich sind alle Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten in der vertrags(zahn-)ärztlichen Versorgung gesetzlich verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2018 für eine Anbindung ihrer Praxis an die TI zu sorgen. Das hat nichts damit zu tun, ob Ärzte häufiger oder seltener online gehen. Vielmehr geht es zuerst darum, dass Praxen eine Online-Prüfung der Gesundheitskarte übernehmen, wenn der Patient seine Karte ins neue Lesegerät steckt. Wer dies ab Januar 2019 nicht kann, muss mit Honorarkürzungen um ein Prozent rechnen.

Mehr als ein Jahr, das ist doch noch viel Zeit. Welchen Grund gibt es für mich, jetzt sofort zu bestellen und meine Praxis anzuschließen?

Da gibt es zum einen ein Kapazitätsproblem: Wenn alle Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten erst im Laufe des Jahres 2018 bestellen, dann müssten die Hersteller am Ende ganz viele Praxen gleichzeitig ausstatten. Das ist schlechterdings nicht zu schaffen, angesichts von rund 200.000 Leistungserbringern, die den Anschluss benötigen. Zwangsläufig würden dann viele erst 2019 beliefert, und wenn Sie zu den spät belieferten gehören, dann droht Ihnen die bekannte Honorarkürzung.

Zum anderen sprechen auch die gestaffelten Förderbeträge für eine schnelle Anbindung. Je später Sie bestellen, desto niedriger ist der von den Krankenkassen für den TI-Konnektor gezahlte Förderbetrag, den Sie von Ihrer KV erhalten. Es könnte zwar sein, dass die Preise der Konnektoren und Kartenleser, um die es vor allem geht, tendenziell sinken. Aber wenn Sie jetzt zu einem Preis bestellen, der im Bereich der Förderung liegt, dann haben Sie auch kein Risiko.

Wenn nach dem Anschluss bei jedem Stecken der Gesundheitskarte ins Lesegerät die Stammdaten des Versicherten überprüft werden: Müssen die Patienten dann mit längeren Wartezeiten am Empfang rechnen?

Nein. Es war eine der wichtigsten Vorgaben, dass die Praxisabläufe durch den Einsatz der Gesundheitskarte nicht gestört werden, und das wird auch klar eingehalten. Tatsächlich ist die Wartezeit beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte in etwa vergleichbar mit der, die heute durch das Einlesen ohne Online-Kontakt entsteht. Die Feldtests in Praxen mit den Arztinformationssystemen (Praxis-EDV) der CompuGroup haben gezeigt, dass der Einlesevorgang sogar weniger Zeit dauert, als die gematik von den Software-Anbietern fordert. In Zahlen ausgedrückt, können Sie im Durchschnitt damit rechnen, dass der Datenaustausch 3,5 Sekunden dauert, wenn kein Aktualisieren der Versichertendaten notwendig ist, und ca. 6,5 Sekunden, wenn eine Aktualisierung der Daten erfolgt. (ger)

Haben Sie selbst Fragen zum Anschluss an die Telematikinfratruktur? Stellen Sie sie gleich online! Wir beantworten Sie so schnell wie möglich.

Topics
Schlagworte
Telematikinfrastruktur (68)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Keine Notdienstpflicht für ermächtigte Krankenhausärzte

Muss ein ermächtigter Klinikarzt auch KV-Notdienst leisten? Nein, hat das Bundessozialgericht jetzt entschieden. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »