Ärzte Zeitung online, 18.12.2017

Telematikinfrastruktur

Ist die TI sicherer als Online-Banking?

Die Datensicherheit wurde bei der Entwicklung der Telematikinfrastruktur ganz hoch gewichtet. Wie wichtig das für das Vertrauen der Nutzer in die TI ist, zeigen auch Fragen von Ärzten in der Aktion "Leser fragen, Experten antworten". Lesen Sie Antworten darauf im 3. Teil unserer Serie zur TI.

Ist die TI sicherer als Online-Banking?

Auf www.aerztezeitung.de/telematik, können Sie Fragen zum Anschluss an die Telematikinfrastruktur stellen – anonym oder mit Namensnennung.

Frage: Wie sicher sind Daten in der TI? Nach Auskunft beim Chaos Computer Club sind sie nicht sicherer als beim Online-Banking. Stimmt das?

Antwort: Die TI ist kein Netz, in dem Daten gespeichert werden – die TI transportiert Daten. Die TI ist sozusagen eine Datenautobahn. An diesem in sich geschlossenen Netz, können auch nur identifizierte und authentifizierte Kommunikationspartner – z. B. die Ärzte – teilnehmen, die sich durch die entsprechenden elektronischen Ausweise absichern. Das Sicherheitsniveau ist dabei eines der höchsten, das es in Deutschland, ja weltweit gibt. Das ist auch dadurch gegeben, dass das Zertifizierungsverfahren durch das BSI auf einem sehr hohen Standard ist. Die Erfüllung der hohen Anforderungen hat auch maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Einführung stark verzögert hat.

Was die Zertifizierung der Geräte angeht, gilt die Sicherheitsstufe 5 – das ist eine der höchsten Stufen. Die Geräte für Online-Banking zum Beispiel sind in der Regel auf Stufe 3. Das Sicherheitsniveau ist für die TI also bei weitem höher.

Und, als zusätzliche Bestätigung heißt es auf der gematik-Website: "Durchgeführte Gutachten und Analysen der Sicherheitsarchitektur bestätigen das hohe Schutzniveau für die medizinischen Daten. Der Zugang über die elektronische Gesundheitskarte und die Verschlüsselungs- und Anonymisierungstechniken sichern das Selbstbestimmungsrecht der Versicherten."

Was kostet mich der Anschluss an die TI als Hausarzt?

Die derzeit aktuellen TI-Angebote für Praxen finden sich alle unter der Adresse www.cgm.com/wissensvorsprung. Die Fachrichtung spielt für den Angebotspreis keine Rolle.

Das Projekt gilt doch nicht für privat Krankenversicherte, richtig?

Das stimmt, die Private Krankenversicherung ist vor einigen Jahren aus dem Projekt der Telematikinfrastruktur ausgetreten. Allerdings heißt das nicht, dass mit Privatpatienten telemedizinische Angebote oder eine Online-Kommunikation nicht vorgesehen wären. Bereits seit 2016 steht privat Krankenversicherten das von AXA und CGM entwickelte ePortal "Meine Gesundheit" zur Verfügung. Dieses ermöglicht erstmals im deutschen PKV-Markt die sichere, digitale Vernetzung von Ärzten, Patienten sowie privaten Krankenversicherern.

Benötigt eine Praxisgemeinschaft eigentlich mehrere Konnektoren?

Nein, es ist nicht zwingend erforderlich, mehrere Konnektoren für eine Praxisgemeinschaft zu installieren – gemäß Finanzierungsvereinbarung ist aber jede Vertragsarztpraxis/Institution förderberechtigt. Für jede Institution innerhalb einer Praxisgemeinschaft sollte allerdings ein separates Kartenterminal eingesetzt werden. Der Zugang der Institution zur TI wird über die Praxiskarte SMC-B authentifiziert, die wiederum ins Kartenterminal der jeweiligen Praxis gesteckt wird.

Kann man mit dem Konnektor für die TI im Internet surfen? Oder ist das zu gefährlich, weil so Viren oder Hacker Zugriff auf die TI bzw. die Praxis-EDV bekommen könnten?

Ja, Sie können über den Konnektor im Internet surfen. Der Konnektor bietet der Praxis einen sicheren Kanal zur Nutzung des Internets – das wird "Sicherer Internet Service" (SIS) genannt. Die Internetzugriffe über den SIS werden durch verschiedene Techniken, wie zum Beispiel das Filtern von unerwünschten Webseiten, abgesichert. (Auswahl Fragen: ger)

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