Ärzte Zeitung, 10.03.2018

Telematikinfrastruktur

"Die TI-Installation ist längst Routine"

Der Anschluss von Praxen an die Telematikinfrastruktur ist mittlerweile gelebte Routine. Techniker Michael Happe, der für die CompuGroup Medical in Niedersachsen unterwegs ist, berichtet im Interview, worauf es beim TI-Anschluss ankommt.

„Die TI-Installation ist längst Routine“

TI-Spezialist Michael Happe erläutert in einer Praxis in Niedersachsen den Teammitgliedern, was bei der Nutzung der TI zu beachten ist.

© KVN/ Köster

Ärzte Zeitung: Der Online-Rollout der Gesundheitskarte läuft. Wie viele Installationen von TI-Anschlüssen haben Sie persönlich schon geschafft?

Michael Happe

  • Aktuelle Position: Leiter Integration & Support bei der Firma Nettelmann in Hannover

  • Aufgabe: von der CompuGroup Medical zertifizierter Techniker für die Telematikinfrastruktur (TI-Techniker)

Michael Happe: Die Anbindung von Praxen an die Telematikinfrastruktur ist für mich schon zur Routine geworden. Etwa vierzig Mal habe ich die Installation bislang durchgeführt. Für die Installationen bin ich in ganz Niedersachsen unterwegs, ab und an auch schon mal darüber hinaus. Und die Aufträge für TI-Installationen nehmen mehr und mehr zu.

Da wartet noch viel Arbeit auf uns. Ich befürchte, dass viele erst bei letzter Gelegenheit "aufspringen" werden. Vor dem vierten Quartal dieses Jahres ist mir schon ein wenig bange.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Happe: Am Anfang schauen die Praxismitarbeiterinnen oft ein bisschen skeptisch. Sie befürchten mehr Arbeit. Ich führe ihnen dann die Technik vor und gebe ein paar Tipps. Die Praxis kann zum Beispiel über den Konnektor ständig online bleiben, dann muss die Prozedur von Anmeldung und Verbindungsaufbau nicht jeden Morgen wiederholt werden.

Die SMC-B bleibt dann im Gerät und dieses wird versiegelt, um Manipulationen auszuschließen. Trotzdem sollte aber das System ab und zu neu gestartet werden. Sollte es mal einen Stromausfall geben, muss das System morgens neu hochgefahren werden. Dann sollten sich die Praxismitarbeiter auskennen, wie es geht. Oft merken der Arzt und seine Mitarbeiter dann sehr schnell, dass eigentlich alles wie vorher ist.

Was sind Probleme, die besonders häufig auftreten?

Happe: Probleme treten immer dann auf, wenn die Praxis die SMC-B nicht rechtzeitig bestellt hat. Denn dann können wir schlichtweg die Installation nicht abschließen und müssen nach halber Arbeit wieder gehen.

In den ersten Wochen hat es auch im Portal der Bundesdruckerei noch geruckelt. Die ersten Versuche beim Verbindungsaufbau scheiterten, man musste sich durchfragen usw. Das sind aber tempi passati. Inzwischen sitzt jeder Arbeitsschritt und alles funktioniert reibungslos.

Worauf kommt es bei einer guten Installation an?

Happe: Kürzlich habe ich eine Praxis mit mehreren Nebenbetriebsstätten an die TI angeschlossen. Die Rechner dort sind alle miteinander verbunden. Theoretisch hätten wir alle Rechner über einen Konnektor laufen lassen können. Bei einem Fehler wären dann aber auch alle Standorte lahmgelegt, deshalb empfehlen wir jedem Kunden separate Konnektoren für jeden Standort.

Betriebssicherheit steht oben an. Wir müssen für jede Praxis die individuell beste Lösung finden.

Wie können sich Praxen am besten auf den Installationstermin vorbereiten?

Happe: Wichtig ist, dass die SMC-B-Karte vorliegt, wenn ich zum Installieren komme. Ohne die Freischaltung der Karte ist kein Stammdatenabgleich möglich. Hat die Praxis die SMC-B-Karte rechtzeitig bestellt, geht alles ruck-zuck. Die Karte ist da, ich tippe die beiliegende Transport-PIN ein, kurze Zeit später hat die Bundesdruckerei die Betriebs-PIN übermittelt und die Karte ist freigeschaltet.

Was war bei all den Installationen, die Sie schon hinter sich haben, das kurioseste Problem?

Happe: Der Konnektor hat ja eigentlich die Aufgabe die Praxis-IT vom Internet abzuschotten. Das verhindert das Eindringen von Schadsoftware. Aber was, wenn die Viren schon vorher auf dem Rechner sind? Die TI-Installation ist vergleichbar mit einem Systemcheck.

Einmal fuhr ein Server bei der Konnektor-Installation runter. Da hatten sich auf dem Praxisrechner unbemerkt Computerviren eingenistet. Die konnten wir mit unserer Software aber aufspüren.

Kurios war dabei, dass gerade diese Praxis sich aus Angst vor Schadsoftware bislang gar nicht ans Internet anschließen lassen wollte. Aber Viren kommen eben auch auf anderem Wege ins System. In diesem Fall hatte wohl eine selbstgebrannte CD mit Urlaubsfotos, die sich alle gemeinsam angeschaut haben, das System infiziert. Der TI-Anschluss brachte es dann ans Licht.

Das Interview führte Hauke Gerlof.

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