Ärzte Zeitung online, 28.08.2018

Cybersicherheit

Verschlüsselung in der TI ersetzt nicht eigenen Schutz

Wer an die TI angeschlossen ist, bewegt sich online auf höchstem Sicherheitsniveau. Aber der eigene Rechner muss dennoch geschützt werden.

NEU-ISENBURG. Die Sicherheitsanforderungen für die Installation der Telematikinfrastruktur (TI) sind extrem hoch. Das gilt besonders für die Konnektoren, die Hardware, die in den Arztpraxen für die Verbindung zwischen Praxissystem und TI sorgen. Sie sind unter anderem für die Verschlüsselung aller Daten, die von der Praxis über die TI verschickt werden.

Die hohen Anforderungen an die Technik, auch an die Verschlüsselungstechnik – mit einer asymmetrischen Verschlüsselung und einer sicheren Schlüssellänge – die durch die Betriebsgesellschaft gematik und das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) formuliert wurden, waren auch ein Grund für die immer neuen Verzögerungen beim Online-Rollout der TI, der derzeit in den Praxen läuft. Die Daten seien über "Jahrzehnte hinaus sicher verschlüsselt", erläutert Michael Saxler von der CompuGroup Medical (CGM), einem der Anbieter von Konnektoren für den TI-Anschluss.

Auf Anfrage ergänzt Pressesprecher Jürgen Veit, dass der Anschluss an die TI auch konform mit den Anforderungen an die aktuelle Datenschutzgrundverordnung sei (DSGVO), dafür habe die gematik mit ihrer langfristigen Planung gesorgt.

Der TI-Konnektor erlaube es Praxen auch, im Internet zu surfen, heißt es auf der Website von CGM. Er biete der Praxis einen sicheren Kanal zur Nutzung des Internets – Sicherer Internet Service (SIS) genannt. Die Internetzugriffe über SIS werden durch verschiedene Techniken, wie das Filtern von unerwünschten Webseiten, abgesichert.

Alle diese Sicherheitsvorkehrungen innerhalb der TI, ergänzt Veit, änderten aber nichts daran, dass jede Praxis ihre Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz gegen Hacker und Schadsoftware zu treffen hat: Dazu gehöre, dass das Betriebssystem ständig aktualisiert werden muss, um etwaige Sicherheitslücken zu schließen, ebenso die Firewall und der Virenscanner, aber auch alle anderen sicherheitsrelevanten Anwendungen. Auch aus diesem Grunde gebe es vor jeder TIInstallation einen Check der vorhandenen Sicherheitsinfrastruktur in den Praxen, so Veit. (ger)

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