Ärzte Zeitung online, 20.03.2017
 

Rheinland-Pfalz

Terminservicestellen für Psychotherapie – wo ist das Problem?

Ab Anfang April müssen die Terminservicestellen auch Psychotherapie-Termine vermitteln. Bei der KV Rheinland-Pfalz macht man sich jedoch keine Sorgen.

MAINZ. Wenn am 1. April die Psychotherapie-Reform in Kraft tritt, betreffen die Änderungen auch rund 850 niedergelassene Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz sowie Haus- und Fachärzte, die Richtlinienpsychotherapie mit Zusatzweiterbildung in ihren Praxen "nebenbei" betreiben.

Unter anderem müssen Psychotherapeuten künftig eine persönliche Erreichbarkeit der Praxis gewährleisten – ein Anrufbeantworter, der bei vielen bislang die Assistentin ersetzte, reicht nicht mehr aus. Für niedergelassene Ein-Mann- oder Ein-Frau-Betriebe eine logistische Herausforderung, die mit ausreichend Vorlauf organisiert werden muss.

Allerdings sind, was die konkrete Ausgestaltung betrifft, für viele Psychotherapeuten noch Fragen offen. Das ist auch an den Anmeldezahlen für die von der KV geplanten Informationsveranstaltungen abzulesen, bei denen unter anderem neue Formulare vorgestellt und Fragen zur telefonischen Erreichbarkeit beantwortet werden. Die fünf angesetzten Termine sind bereits ausgebucht, so dass nun als Ergänzung ein sechster angeboten wird.

Die KV selbst muss sich ebenfalls auf eine Veränderung einstellen. Denn ab dem Stichtag müssen die Terminservicestellen (TSS) der KVen auch Termine in der Psychotherapie-Sprechstunde und für die neue psychotherapeutische Akutbehandlung vermitteln. Doch ob ein Ansturm kommt oder es ähnlich ruhig abläuft wie bei der Einführung der TSS für Facharzttermine im Januar 2016 ist schwer abzuschätzen.

"Für uns ist das noch ein komplett offenes Buch", sagt Dr. Rainer Saurwein, Sprecher der KV Rheinland-Pfalz. In Mainz hatte man, anders als zum Beispiel in Hessen, für die Inbetriebnahme der TSS vor 14 Monaten kein zusätzliches Personal eingestellt. Stattdessen wurden drei Mitarbeiterinnen, die zuvor an anderer Stelle tätig gewesen wären, zum Telefondienst "abgezogen".

Für den 1. April ist nun zunächst keine Aufstockung geplant. "Wir haben ausreichend Ressourcen, um dort kurzfristig noch jemanden hinsetzen zu können", so Saurwein.

Das Melden der freien Termine soll, wie die KV Rheinland-Pfalz es auch schon bei den Facharztterminen gehalten hat, nun zunächst auf freiwilliger Basis erfolgen. "Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht", so der Sprecher. (aze)

Detaillierte Informationen der

KV Rheinland-Pfalz zum Thema:

http://tinyurl.com/lxdtl6l

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