Ernährung, 06.11.2008

Was Frauen und Männer essen

Von Kindesbeinen an haben Frauen und Männer unterschiedliche Vorlieben. Das zeigt die Nationale Verzehrsstudie (NVS II).

Von Kerstin Nees

Männer essen große Fleisch- und Wurstportionen, gern mit Kartoffelprodukten, und belegen ihr Brot dicker als Frauen. Bier ist bei Männern das beliebteste alkoholische Getränk. Obst und Gemüse verschmähen sie nicht grundsätzlich, doch haben Frauen bei diesen Lebensmittelgruppen die Nase vorn. Aber auch sie erreichen nicht die empfohlenen 400 Gramm pro Tag. So einige Ergebnisse der NVS II, für die über 15 000 Frauen und Männer befragt wurden.

Die Unterschiede in der Lebensmittelauswahl findet man auch schon bei Jungen und Mädchen unter zehn Jahren, berichtete Dr. Annett Hilbig vom Max Rubner-Institut in Karlsruhe bei einem Seminar der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Hamburg. Offensichtlich werden die Nahrungspräferenzen früh festgelegt, und sie setzen sich bis ins Alter fort, bemerkte die Ernährungswissenschaftlerin. Trotzdem nehmen Männer und Frauen prozentual etwa gleich viel - nach den DGE-Referenzwerten zu viel - Fett (36 bzw. 35 Energieprozent) und Protein (14 Energieprozent) auf.

Frauen essen mehr Obst und Gemüse als Männer

Erstaunlich ist die im Durchschnitt recht niedrige Energiezufuhr. Sie entspricht mit 2413 (Männer) bzw. 1833 (Frauen) Kilokalorien pro Tag in etwa den Richtwerten für niedrige körperliche Aktivität. Gleichzeitig sind aber etwa die Hälfte der teilnehmenden Frauen und zwei Drittel der Männer übergewichtig. Das passt nicht zusammen, wie Hilbig zugibt: "Die Entwicklung der Adipositas lässt sich mit diesen Daten nicht erklären."

Eine Erklärung dafür könnte in der Ungenauigkeit der Methode liegen. Wer erinnert sich schon so genau daran, was er in den vergangenen vier Wochen gegessen hat. Außerdem haben nicht alle Teilnehmer wenig Energie zugeführt: Etwa 36 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen überschreiten die Richtwerte.

Physiologisch gesehen ist es sinnvoll, dass Frauen anders essen als Männer. Denn bedingt durch die geringere Muskelmasse haben Frauen einen niedrigeren Grundumsatz, sie verbrauchen also in Ruhe weniger Energie. Zudem sind sie meist kleiner und leichter. Unabhängig davon benötigen sie aber die meisten Vitamine und Mineralstoffe in der gleichen Menge wie Männer. Das bedeutet: "Frauen müssen hochwertigere Lebensmittel essen, mit mehr Vitaminen und weniger Kalorien", betonte Professor Günther Wolfram von der TU München.

Weitere Infos zur Nationalen Verzehrsstudie unter www.was-esse-ich.de

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