Ernährung, 26.02.2009

Verpflegungskonzepte für Altenpflegeheime gefordert

Mehr als 670 000 Pflegebedürftige leben in Altenheimen. Bei vielen Heimbewohnern bestehen erhebliche Defizite bei der Nährstoffversorgung.

Das zeigen Ergebnisse der ErnSTES-Studie - Ernährung in stationären Einrichtungen für Senioren und Seniorinnen -, die Professor Peter Stehle vor kurzem auf einem Presseseminar der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn vorstellte.

Erhoben wurden deutschlandweit der Ernährungs- und Gesundheitszustand von 773 Bewohnern in zehn Altenpflegeheimen. Die 153 Männer waren durchschnittlich 81 Jahre und die 620 Frauen 86 Jahre alt. Nur fünf Prozent der Teilnehmer erhielten keine Leistungen aus der Pflegeversicherung. An einer Demenz litt mehr als die Hälfte der Bewohner.

Untergewichtig waren acht Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen (BMI < 18,5 kg/m

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), elf Prozent der Bewohner wiesen eine Mangelernährung auf. Die tägliche Energieaufnahme von Seniorinnen mit Pflegestufe III betrug nur 1308 kcal, dagegen waren es 1542 kcal bei Bewohnerinnen mit Pflegestufe I. Auch wurde bei Seniorinnen mit Demenzerkrankungen eine wesentlich geringere Zufuhr von Energie, Fett und Protein ermittelt als bei Bewohnerinnen ohne Demenz.

Besonders süße und fettreiche Speisen werden gern gegessen. Zwar tragen diese zur Energieversorgung bei, enthalten meist aber nur wenig essenzielle Nährstoffe. Daher war bei vielen Bewohnern die Zufuhr an Vitamin E, Vitamin C, Folat, Calcium und Magnesium, verglichen mit den Empfehlungen, zu gering. Besonders problematisch war die Versorgung mit Vitamin D.

Der Grad der Pflegebedürftigkeit beeinflusse die Nährstoffversorgung stärker als das Lebensalter, so die Autoren der Studie, die im Ernährungsbericht 2008 veröffentlicht wurde. Multimorbidität, körperliche Behinderungen und geistige Beeinträchtigungen bzw. Krankheiten haben erheblichen Einfluss auf den Appetit, die Nahrungsmenge und Kostzusammensetzung. Mit steigender Pflegebedürftigkeit werde es schwieriger, eine ausreichende Energie- und Nährstoffversorgung zu erreichen. Daher seien für Altenpflegeheime neue Verpflegungskonzepte erforderlich. Diese sollen die Ernährungssituation der Senioren stärker berücksichtigen und dadurch zur Prävention sowie Therapie von Mangelernährung beitragen. (sf)

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