Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Reha hilft Müttern mit Brustkrebs und ihren Kindern

BERLIN (ami). Frauen mit Brustkrebs und ihre Kinder können von einer speziellen Mutter-Kind-Reha profitieren. Das zeigt das Modellprojekt "Gemeinsam gesund werden".

Reha hilft Müttern mit Brustkrebs und ihren Kindern

In der Rehaklinik Ostseedeich erhalten die brustkrebskranken Mütter zusätzlich zum klassischen Reha-Angebot "Erziehungs"-Beratung durch Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten. Sie stehen auch den Kindern zur Verfügung. Nach den neuesten Ergebnissen der Begleitforschung durch die Uni Marburg sind die Kinder brustkrebskranker Mütter deutlich häufiger psychisch auffällig als Kinder im Allgemeinen. Während der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts psychische Auffälligkeiten bei sieben Prozent der Kinder festgestellt hat, waren nach den Zwischenergebnissen der Begleitforschung von den rund 600 Kindern von Brustkrebspatientinnen, deren Daten im Rahmen der Reha-Maßnahme erhoben worden, vor Beginn der Maßnahme 22 Prozent klinisch auffällig.

Von 91 Kindern liegen nun Daten zur Entwicklung der Auffälligkeiten im Lauf eines Jahres nach Beginn der Reha vor. Diese Daten weisen daraufhin, dass die Auffälligkeiten nach der Reha deutlich zurückgegangen sind.

Kinder zeigen oft psychische Auffälligkeiten.

Vor allem mit Blick auf emotionale Probleme seien ein Jahr später nicht mehr Kinder auffällig als in der Durchschnittsbevölkerung, so ein Studienergebnis. Auch die Mütter haben der Analyse zufolge von der Rehabilitation profitiert. Während sich vor ihrem Beginn 46 Prozent der gut 480 Befragten stark oder sehr stark belastet fühlten, gaben das ein Jahr später nur noch 15 Prozent an. Die Studie wird weitergeführt.

"Unser Ziel ist, dass die Rentenversicherung ins Boot kommt, damit das Projekt in die Regelversorgung übergeht, und dass es auch bei anderen Krebserkrankungen angeboten wird", sagt Annette Rexrodt von Fircks, die das Projekt mit ihrer Stiftung ins Leben gerufen hat.

Es wird von der Rexrodt von Fircks-Stiftung in Kooperation mit Krankenkassen finanziert und vom Arzneimittelhersteller Astra Zeneca unterstützt.

Kernfragen des Modellprojekts

Verbessert sich die Lebensqualität von Müttern und Kindern? Wie wird die Rehabilitation von Müttern und Kindern wahrgenommen und beurteilt? Von welchen Faktoren sind die Behandlungszufriedenheit und die Entwicklung der Lebensqualität abhängig?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zeit für aggressive Maßnahmen

Viel Geschwätz, wenig Taten: Zeit für aggressive Weichenstellungen in der Diabetes-Prävention, meinen Fachleute. Sie fordern die Lebensmittel-Ampel und Steuern auf ungesunde Produkte. mehr »

Beim Thema Luftschadstoffe scheiden sich die Geister

Gesundheitliche Gefahren von Luftverschmutzung sehen Pneumologen vorrangig als ihr Thema an. Doch die Meinung der Fachärzte darüber ist nicht einhellig. Das zeigt sich auch im Vorfeld ihrer Fachtagung. mehr »

Patienten vertrauen auf Online-Bewertungen

In welche Praxis soll ich gehen? Ihre Entscheidung fällen Patienten zunehmend anhand von Online-Bewertungen – eine Chance für Ärzte, so eine neue Studie. mehr »