Kongress, 17.04.2009

Fortbildungs-Tipps für Samstag

"Bei behinderten Patienten geht es immer auch um den Begriff der Würde"

Der Bereich der Behindertenmedizin ist - weltweit - durch Unterversorgung und Qualitätsdefizite charakterisiert, betont Kongresspräsident Professor Rainer Kolloch. Behinderte Patienten mit Herzinfarkt bekämen zum Beispiel weniger herzwirksame Medikamente, und neue Studien belegten, dass die Sterberate nach Herzinfarkt bei Patienten mit geistiger Behinderung um 19 Prozent höher ist als in Vergleichskollektiven. Auch bei der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen ließen sich Defizite erkennen.

Hier Verbesserungen zu bewirken, ist Ziel des Symposiums "Behindertenmedizin". "Mit der Veranstaltung wollen wir der Tatsache gerecht werden, dass bei behinderten Patienten zum Beispiel die Untersuchungs- und Anamnesemöglichkeiten ganz anders sind als bei nicht-behinderten Patienten", so Kolloch.

Informationen von Familienangehörigen und Betreuern sind dabei oft unverzichtbar. Wichtig ist dabei aber immer, das richtige Maß zu finden. Kolloch: "Kein Patient mag es, wenn über seinen Kopf über ihn gesprochen wird statt mit ihm selbst. Letztlich geht es hier immer auch um den Begriff der Würde."

Behindertenmedizin
Samstag, 18. April, 14.30 Uhr,
Halle 10/3
Leitung: M. Abu-Tair, K. Kobert

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Wiesbaden / DGIM (195)
Krankheiten
Herzinfarkt (2777)
Personen
Rainer Kolloch (49)

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