Kongress, 21.04.2009

Rheuma und Herzerkrankung Hand in Hand

Rheumatologen und Kardiologen haben teilweise dieselben Patienten. Denn Rheuma und Herzerkrankungen sind eng miteinander verknüpft.

Von Michael Hubert

Herzerkrankungen als Komorbidität betreffen fast alle Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Foto: hakan corbaci©www.fotolia.de

"Alle entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben eine Herzbeteiligung, die sich allerdings unterschiedlich manifestiert", sagte Professor Elisabeth Märker-Hermann. Einer der zugrunde liegenden Pathomechanismen etwa ist die akzelerierte Atherosklerose, verursacht durch den systemischen Entzündungsprozess der rheumatischen Erkrankung. Dieser äußert sich bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) zwar unmittelbar in den Fingergelenken, betrifft aber auch das Endothel. Die Folge: Die Myokardinfarktrate ist bei RA-Patienten verdoppelt. "Die anderen Risikofaktoren sind die üblichen Verdächtigen", so die Rheumatologin aus Wiesbaden: Rauchen, Hypertonie, KHK und - anders als sonst - ein niedriger BMI. Je höher die Krankheitsaktivität ist, je schlechter die RA behandelt ist, desto größer ist das kardiovaskuläre Risiko der Patienten.

Zwar hätten 16 bis 56 Prozent der RA-Patienten eine Perikarditis, die jedoch meist asymptomatisch verlaufe. "Das Perikard als betroffene Struktur ist bei allen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen möglich", so Märker-Hermann. Bei den anderen Herzstrukturen gebe es aber deutliche Unterschiede. So weisen etwa zehn Prozent der Patienten mit systemischer Sklerodermie eine klinische relevante oder fatale Myokardfibrose auf und sechs bis zehn Prozent hätten eine pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH). Diese Patienten müssen zweimal im Jahr per Doppler-Sono untersucht werden. Die Prognose von Sklerodermie-Patienten mit PAH ist äußerst schlecht. "Die Fünfjahres-Überlebensrate ist quasi gleich Null", so Märker-Herrmann.

Eine Herzbeteiligung als Erstsymptom ist bei RA extrem selten. Anders bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes. Hier kann eine Perikarditis - sie betrifft jeden zweiten SLE-Patienten - das SLE-Erstsymptom sein. "Bei jungen weiblichen Patienten mit koronaren Problemen muss der Kardiologe immer auch an einen Lupus denken", riet Rheumatologin den zumeist kardiologischen Kollegen. Therapieoptionen etwa bei Perikarditis sind Colchicin, Steroide und Immunsuppressiva

Rheuma ist für das Herz genauso schlecht wie

Diabetes.

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