Kongress, 22.04.2009

Frühe Therapie mit Eplerenon reduziert die Sterberate

Herzinfarkt und gestörte Pumpfunktion - diese Konstellation ist riskant.

Von Peter Overbeck

Frühe Therapie mit Eplerenon reduziert die Sterberate

Patienten mit Myokardinfarkt, die schon bei der Aufnahme in der Klinik Zeichen einer gestörten kardialen Pumpfunktion aufweisen, haben eine schlechte Prognose. Diese Hochrisiko-Patienten "müssen frühzeitig identifiziert und besonders gut behandelt werden", betonte Professor Johann Bauersachs.

Die verschlossene Koronararterie per Herzkatheter rasch zu rekanalisieren sei in diesen Fällen wichtig, löse aber keineswegs alle Probleme, so der Kardiologe von der Uniklinik Würzburg. Es bleibe immer noch eine große Zahl von Infarktpatienten, die aufgrund der schlechten Ventrikelfunktion in hohem Maße von tödlichen Ereignissen in den kommenden Monaten bedroht seien.

Bei diesen Patienten komme es auf die optimale Hemmung der neurohumoralen Aktivierung an, wobei additiv zu Betablockern und einem ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker auch der selektive Aldosteronantagonist Eplerenon (Inspra®) indiziert sei. Seinen Zusatznutzen habe Eplerenon in der EPHESUS-Studie bei über 6500 Patienten mit Myokardinfarkt und klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz (Auswurffraktion maximal 40 Prozent) klar unter Beweis gestellt: Im Verlauf der im Schnitt 16-monatigen Behandlung verringerte Eplerenon die Gesamtsterberate signifikant um 15 Prozent. In allen Leitlinien werde dem Aldosteronblocker deshalb inzwischen eine "Klasse-I-Indikation" bei akutem Myokardinfarkt und damit assoziierter Herzinsuffizienz eingeräumt, betonte Bauersachs bei einem vom Unternehmen Pfizer ausgerichteten Symposium in Wiesbaden.

Für den Nutzen von Eplerenon war im übrigen unerheblich, ob ein Myokardinfarkt mit oder ohne ST-Streckenhebung bestand. Bauersachs plädierte nachdrücklich dafür, mit der Eplerenon-Therapie früh, das heißt möglichst schon am dritten Tag nach dem Akutereignis, zu beginnen. Denn schon für die ersten 30 Tage nach Infarkt belegen die Studiendaten eine signifikante Reduktion von Mortalität und Hospitalisierungen.

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