Kongress, 22.04.2009

Eradikation auch bei schon abgeheiltem Ulkus

Eine Leitlinie zum Umgang mit Helicobacter-pylori- Infektionen klärt, wann eine Eradikation des Keimes erforderlich ist.

Von Helga Brettschneider

Eradikation auch bei schon abgeheiltem Ulkus

H. pylori im Magen? Auch bei funktioneller Dyspepsie hilft dann manchmal die Eradikationstherapie.

Foto: Abbott

Festgelegt wurde unter anderem das Vorgehen bei NSAR- und ASS-Therapie und bei peptischen Ulzera. Demnach ist eine H.-pylori-Infektion bei peptischen Ulzera - Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni - grundsätzlich Behandlungsindikation, auch bei einem bereits abgeheilten und einem anamnestischen Ulkus. Das berichtete Professor Wolfgang Fischbach vom Klinikum Augsburg bei einem von Abbott und Nycomed unterstützten Symposium.

Die Einnahme von NSAR oder ASS wiederum ist neben einer Infektion mit H. pylori die wichtigste Ursache der Geschwüre. Vor Beginn einer Langzeittherapie mit NSAR ist deshalb die Eradikation bei betroffenen Patienten ein Muss, wenn Risikofaktoren vorliegen. Dazu gehören etwa ein Alter über 60 Jahre, ein Ulkus in der Anamnese und die Komedikation mit ASS, Steroiden oder Antikoagulantien. Ohne solche Faktoren ist die Behandlung nicht zwingend. Liegt auch nur ein einzelner Risikofaktor vor, dann sollte beim Start traditioneller NSAR gleichzeitig ein Protonenpumpen-Inhibitor (PPI) eingesetzt werden.

Erhält der Patient bereits NSAR, ist eine H.-pylori-Testung und entsprechend eine Therapie nicht nötig. Erst wenn bei Dauertherapie tatsächlich eine gastrointestinale Blutung auftritt, sollte getestet werden. Bei positivem Ergebnis sollte dann stets eradiziert werden. Dazu kommt die dauerhafte Zugabe von PPI, wenn die Therapie fortgesetzt wird.

Test und Eradikation werden auch vor einer ASS-Dauermedikation nicht generell empfohlen, weil das Risiko bei niedriger Dosis gering ist, so Fischbach. Auch hier erfolgt der Test erst nach Eintritt eines Ereignisses. Bei Bedarf wird dann auch eradiziert. <>

Bei funktioneller Dyspepsie wird differenziert: Bei Reizmagen und H.-pylori-Infektion, aber endoskopisch ausgeschlossener Erkrankung, kann eradiziert werden. Davon profitierten in einer Studie neun Prozent der Patienten durch dauerhaft verbesserte Symptomatik. "Diese kleine Chance sollte man ihnen nicht verwehren", so Fischbach: "Für diese Patienten haben wir sonst keine Alternativen."

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