Kongress, 20.04.2009

CPAP: Gut auch für Herz und Hirn

Bei KHK sollten Ärzte prüfen, ob auch eine Schlafapnoe vorliegt.

Von Marlinde Lehmann

CPAP: Gut auch für Herz und Hirn

Kongresspräsident Rainer Kolloch macht Komorbiditäten zum Schwerpunkt.

Foto: Bethel

Werden KHK-Patienten aufgrund einer Schlafapnoe behandelt, beugt dies Schlaganfällen vor. Diese praktische Konsequenz aus einer Studie zur Häufigkeit von Apoplexien bei KHK-Patienten mit Schlafapnoe ist für Professor Rainer Kolloch, Präsident des Internistenkongresses, ein gutes Beispiel, wie wichtig es ist, Komorbiditäten in Betracht zu ziehen.

In den vergangenen Jahren ist in epidemiologischen Studien zunehmend auf die unabhängige Assoziation von obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom, Hypertonie, KHK, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und metabolischem Syndrom hingewiesen worden. Auch wurde beobachtet, dass eine Therapie bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom mit CPAP nicht nur den Blutdruck senkt, sondern etwa auch bei Patienten mit Herzinsuffizienz die Pumpfunktion bessern kann.

Komorbiditäten ist eines der Schwerpunktthemen beim Kongress in Wiesbaden. Auch bei Patienten mit COPD sind sie von praktischer Bedeutung, wie Professor Michael Pfeifer vom Uniklinikum Regensburg gestern bei der Pressekonferenz zur Eröffnung des Kongresses klargestellt hat. Eine gleichzeitig bestehende COPD beeinflusse den Krankheitsverlauf etwa bei Patienten mit Komorbiditäten wie KHK, Herzinsuffizienz, aber auch Diabetes mellitus oder Osteoporose, so Pfeifer. Die Einschränkung der täglichen Aktivität hänge dabei nicht nur vom Schweregrad  der COPD ab, sondern auch von der kardialen Einschränkung und der Schwere der allgemeinen Entzündungsreaktion. Wichtig beim organübergreifenden Therapieansatz bei COPD sei, dass 40 bis 50 Prozent der COPD-Kranken auch eine therapiebedürftige Depression haben.

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