Kongress, 14.04.2010

Bundeswehr zeigt fliegende Intensivstation

Bundeswehr zeigt fliegende Intensivstation

Notfall-Versorgung von Soldaten in 10 000 Metern Höhe - die Bundeswehr zeigt, wie sie das technisch an Bord bewältigt. Der MedEvac-Rüstsatz verwandelt Flugzeuge in wenigen Stunden in eine fliegende Intensivstation.

Von Ursula Armstrong

Bundeswehr zeigt fliegende Intensivstation

Sechs Intensivstationen im Flugzeug: Die Luftwaffe besitzt mehrere Flugzeuge vom Typ Airbus, die zu fliegenden Kliniken umgerüstet werden können. Am Stand der Bundeswehr kann man sich das im Modell anschauen. © ug

Am Karfreitag wurden vier bei einem Anschlag in Afghanistan verletzte deutsche Soldaten mit einem zu einer fliegenden Intensivstation umgebauten Airbus der Luftwaffe nach Deutschland zurückgeflogen. Ein Modell dieses Flugzeugs ist hier auf dem Internistenkongress am Stand der Bundeswehr zu sehen.

Die Luftwaffe verfügt über mehrere Flugzeuge des Typs Airbus, die für verschiedene Aufgaben genutzt werden können. "Bei der Bundeswehr muss alles immer die eierlegende Wollmilchsau sein", so Konrad Janz, Oberstabsfeldwebel der Luftwaffe: "Man kann die Flugzeuge als Transporter einsetzen, als Tankflugzeug, als MedEvac zur medizinischen Evakuierung, und als ganz normales Passagierflugzeug." Ein System, das zurzeit nur die Deutschen besitzen.

Der MedEvac-Rüstsatz verwandelt das Flugzeug in eine fliegende In-tensivstation, die einem kleinen Kreiskrankenhaus entspricht: Sechs Intensivpatienten können während des Fluges betreut werden. An sechs Op-Tischen können Not-Operationen in 10 000 Metern Höhe vorgenommen werden. Weitere 38 Patienten können liegend transportiert werden. 16 "In-termediate-Care"-Plätze, an denen eine verstärkte medizinische Über-wachung und Behandlung möglich ist, können eingerichtet werden. Die Medical Crew kann bis zu 25 Personen umfassen.

Vier MedEvac-Rüstsätze besitzt die Luftwaffe. Der Umbau der Maschinen nimmt zwischen drei und fünf Tage in Anspruch. Ein Airbus sei allerdings immer vorgerüstet, wird am Stand erklärt. Diese Maschine wird dann nur noch mit Medizinprodukten, Gasen zur Beatmung und ähnlichem ausgestattet und ist nach Alarmierung in wenigen Stunden einsatzbereit.

Diese fliegenden Intensivstationen der Luftwaffe werden nicht nur für deutsche Soldaten eingesetzt. Wenn nötig, werden Soldaten anderer Nationen damit ausgeflogen. Und auch bei zivilen Katastrophen kommen die MedEvac-Flugzeuge zum Einsatz. So wurden etwa nach dem Tsunami in Südostasien 130 schwer- und schwerstverletzte Flutopfer in drei Hilfsflügen evakuiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »