Kongress, 13.06.2012

Die fetten Jahre in Kliniken - wo sind sie?

Die fetten Jahre in Kliniken - wo sind sie geblieben?

Jahr für Jahr wird er mit Spannung erwartet: Der Krankenhaus Rating Report untersucht die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland. Die Ausgabe 2012 wird aktuell beim Hauptstadtkongress vorgestellt.

BERLIN (eb/fuh). Der Krankenhaus Rating Report hat sich als das Trendbarometer der deutschen Krankenhauslandschaft etabliert. Er untersucht auch 2012 wieder im Detail die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser.

Beim Hauptstadtkongress wird am Donnerstag die Ausgabe 2012 vorgestellt. Die Studienautoren haben wieder über 700 Bilanzen von mehr als 1000 Krankenhäusern analysiert.

"Die fetten Jahre sind vorbei"- so lautete der Titel des Krankenhaus-Reports 2011. Mit einer Trendwende dürfte wohl in diesem Jahr kaum zu rechnen sein.

Die Studienautoren haben im vergangenen Jahr mehrere Gründe für die Schieflage vieler Kliniken genannt: steigender Kostendruck, medizinisch-technischer Fortschritt, demografischer Wandel und der Rückgang öffentlicher Mittel für Investitionen.

Zugleich wurden Vorwürfe an die Politik gerichtet: Sie blockiere grundsätzliche Sanierungen. Kommunale Klinikbetreiber hätten nicht die unternehmerische Freiheit, die kirchliche oder private Betreiber haben.

Mit Entlassungen, Schließungen von Fachabteilungen oder Zusammenlegungen von Krankenhäusern können Kommunalpolitiker bei ihren Wählern nicht punkten, so die Analyse weiter.

Sie pumpen daher lieber zunehmend Geld in marode Häuser und bremsen über den Aufsichtsrat die Sanierungsvorschläge tatkräftiger Klinikmanager aus.

Dazu kommt, dass die kommunalen Krankenhäuser im Westen Deutschlands unter den Aufwendungen für die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter stöhnen. Über die Tarifverträge ist ein Großteil der Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes in der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) pflichtversichert.

Da diese Versorgungsanstalt selbst finanzielle Probleme hat, müssen kommunale Arbeitgeber wie die Krankenhäuser Monat für Monat mehr Geld einzahlen, als später an Rente für ihre Mitarbeiter ausbezahlt werden wird.

"Die Löhne im Krankenhaus steigen auch 2012 wieder stärker als die Preise für Krankenhausleistungen. Bisher gelang es Krankenhäusern über die Behandlung von mehr Patienten, die sich auftuende Lücke zu schließen", erklärt Dr. Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, der gemeinsam mit Dr. Sebastian Krolop, Accenture GmbH, am Donnerstag Einblick in die neueste Faktenlage gibt.

Gemeinsam mit Dr. Dorothea Dreizehnter, Vivantes - Netzwerk für Gesundheit, und Dr. Rudolf Kösters, Deutsche Krankenhausgesellschaft, diskutieren die Autoren, welche Engpässe auftreten und ob es Möglichkeiten gibt, die Mengendynamik zu bremsen und dabei die Existenz des Krankenhauses zu sichern.

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